Zivile Sicherheit: Sicherheit im Bildungsplan?

  • Bildung

KMK SicherheitBildungsplan

Das Thema Sicherheit in den Lehrplan? Wie werden kommende Generationen mit dem schwer fassbaren und doch so wichtigen Thema Sicherheit umgehen? Die Redaktion von SECURITY insight hat sich entschlossen, die zehn Bildungsministerinnen und sechs Bildungsminister der Bundesländer zu fragen, wie es um das Thema „Sicherheit als Unterrichtsfach“ bestellt ist oder ob die Absicht besteht, dies in den Lehrplan aufzunehmen (siehe Artikel "Sicherheit als Unterrichtsfach", SECURITY insight Ausgabe 5/2016). Als besonderen Leserservice finden Sie im Folgenden die Antworten der Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft sowie des Generalsekretärs der Kultusministerkonferenz.

Anfrage von „SECURITY insight“ an die Bildungsminister der Bundesländer vom Juli 2016

Unser Fachverlag mit dem Magazin „Security insight“ hat es sich seit vielen Jahren zur Aufgabe gemacht, das Thema Sicherheit in Deutschland in vielfältiger Weise zu beleuchten. Dabei steht im Mittelpunkt, Entwicklungen und Tendenzen im Bereich der zivilen Sicherheit frühzeitig zu erkennen.

In zahlreichen Gesprächen mit Fachleuten und Sicherheitsentscheidern ist besonders in jüngster Zeit festzustellen, dass diese ein unzulängliches Verständnis und häufig eine mangelnde Akzeptanz für Sicherheitsmaßnahmen in breiten Kreisen der Bevölkerung konstatieren. Die Einsicht in notwendige Sicherheitsmaßnahmen und ein eigenes, sicherheits-adäquates Verhalten (man könnte es vielleicht mit der Verkehrserziehung vergleichen) kann nicht früh genug erfolgen.

Ob in den öffentlichen Verkehrsmitteln, bei der Teilnahme an Events wie sportlichen oder kulturellen Großveranstaltungen, bei Urlaubsreisen; aber auch bei Nutzung des Internets und sozialer Netzwerke oder aber beim Umgang mit dem Modespielzeug Drohnen – überall wachsen die Gefahren für Hab und Gut, aber auch für Leib und Leben. Die Liste der Gefahren könnte beliebig verlängert werden. Zusammen mit den Experten fragen wir uns: Ist es nicht längst überfällig, dass junge Menschen bereits in der Schule an das Thema Sicherheit herangeführt werden? Die Bildungsministerien werden sich, davon sind wir überzeugt, über kurz oder lang mit dieser Herausforderung auseinandersetzen.

Wir bitten Sie deshalb sehr herzlich, uns Ihre Meinung, Einschätzung und Pläne zum Thema „Sicherheit als Unterrichtsfach“ mitzuteilen. Wir beabsichtigen, die Stellungnahmen der zuständigen Minister in unserem Heft Nr. 5 von „Security insight“ in September zu veröffentlichen. Unsere Fragen fokussieren sich auf folgende Punkte:

  • Teilen Sie Ansicht von Experten der Sicherheitswirtschaft, dass das Thema „Sicherheit“ Eingang in den Schulunterricht finden soll?
  • Dabei ist es von Interesse, ob es bereits Überlegungen gibt, dieses Thema oder ggfls. spezielle Bereiche in die Lehrpläne aufzunehmen.
  • Wenn ja, in welcher Weise und welchem Umfang?
  • Wie würde oder könnte die Aufbereitung des Themas als Unterrichtsstoff stattfinden (z.B. Zusammenarbeit mit dem Innenministerium)?
  • Wenn nein, sehen Sie alternative Möglichkeiten, jungen Menschen auf die zunehmenden politisch-sozialen Gefahren vorzubereiten?
Antwort der Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft vom 7. Juli 2016

Die Berliner Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) ließ der Redaktion eine ausführliche Antwort zukommen, die jedoch mit der Feststellung endete: „Ein gesondertes Fach ‚Sicherheit‘ einzurichten, würde die Stundentafel sprengen…“. Im Schreiben, das von der Pressesprecherin der Senatorin, Beate Stoffers, unterzeichnet ist, wird auf den Rahmenlehrplan verwiesen, in dem Passagen die schulische Behandlung des Problemfeldes „Sicherheit“ tangieren wie z.B. der Umgang mit den Medien (auch den digitalen) und der „Entwicklung eines Problembewusstseins in Bezug auf Informationssicherheit.“

Gesamte Antwort lesen

Antwort des Generalsekretärs der Kultusministerkonferenz vom 27. Juli 2016

Das entscheidende Schreiben zur Frageaktion von SECURITY insight kam vom Generalsekretär der Kultusministerkonferenz. In dem Schriftstück wird der grundsätzliche Charakter dieser Antwort ausdrücklich hervorgehoben. In dem von der Ständigen Vertreterin des Generalsekretärs der Kultusministerkonferenz (KMK), Heidi Weidenbach-Mattar, unterzeichneten Schreiben, wird eingangs betont: „Die Länder haben sich auf eine gemeinsame Beantwortung Ihres Schreibens verständigt, auch wenn einzelne Länder Ihnen zusätzlich gesondert antworten.“ Lesen Sie hier den gesamten Wortlaut.

Gesamte Antwort lesen