Deutschlands Innenministerien und die Unternehmenssicherheit

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Bundesinnenministerium sowie die Innenministerien von zwölf Bundesländern haben in einer repräsentativen Befragung von SECURITY insight zum Wirtschaftsschutz exklusiv Stellung bezogen.

Der Wirtschaftsschutz kleiner und mittelständischer Unternehmen (KMUs) ist ein Sorgenkind der Politik. Das ist keine Überraschung. Erstmals jedoch gibt es Ergebnisse aus einer repräsentativen Umfrage bei den Innenministern des Bundes und der Länder zu diesem Themenkomplex. Nicht von ungefähr hat Bundesinnenminister Thomas de Maizière in einer Rede beim jüngsten Symposium des Bundesamtes für Verfassungsschutz im Mai in Berlin betont: „Die klassische Spionageabwehr des Verfassungsschutzes muss stärker als bisher durch Prävention und Sensibilisierung ergänzt werden. Das Stichwort lautet ‚Wirtschaftsschutz‘.“ SECURITY insight wollte wissen, wie es in Deutschland genau darum bestellt ist!

Als besonderen Leserservice finden Sie im Folgenden die Stellungnahmen aller Ministerien im vollständigen Wortlaut:

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Bundesinnenministerium sowie die Innenministerien von zwölf Bundesländern haben in einer repräsentativen Befragung von SECURITY insight zum Wirtschaftsschutz exklusiv Stellung bezogen.

Der Wirtschaftsschutz kleiner und mittelständischer Unternehmen (KMUs) ist ein Sorgenkind der Politik. Das ist keine Überraschung. Erstmals jedoch gibt es Ergebnisse aus einer repräsentativen Umfrage bei den Innenministern des Bundes und der Länder zu diesem Themenkomplex. Nicht von ungefähr hat Bundesinnenminister Thomas de Maizière in einer Rede beim jüngsten Symposium des Bundesamtes für Verfassungsschutz im Mai in Berlin betont: „Die klassische Spionageabwehr des Verfassungsschutzes muss stärker als bisher durch Prävention und Sensibilisierung ergänzt werden. Das Stichwort lautet ‚Wirtschaftsschutz‘.“ SECURITY insight wollte wissen, wie es in Deutschland genau darum bestellt ist!

Als besonderen Leserservice finden Sie im Folgenden die Stellungnahmen aller Ministerien im vollständigen Wortlaut:

Dr. Emily Haber, Staatssekretärin im Bundesministerium des Innern

Fragen von SECURITY insight

InnenministerHaberIn seiner Rede auf dem 11. Symposium des BfV über „Spionageabwehr und Wirtschaftsschutz“ hat Bundesinnenminister de Maizière erklärt: „Das Stichwort lautet „Wirtschaftsschutz.“ Und ergänzend präzisiert: „Ziel ist es, eine nationale Wirtschaftsschutzstrategie gemeinsam zu entwickeln und umzusetzen.“ Wie soll diese Strategie im Detail aussehen und in welchem Zeitraum soll sie umgesetzt werden?

Der Wirtschaftsschutz muss durch Maßnahmen staatlichen, privatwirtschaftlichen und gemeinsamen Handelns weiterentwickelt werden. Weder Staat noch Wirtschaft vermögen einen effektiven Wirtschaftsschutz allein zu leisten. Die Verantwortung für die Sicherheit der Wirtschaft tragen in erster Linie die Unternehmen selbst. Der Staat hat allerdings eine allgemeine Schutzverpflichtung für die Unternehmen und insbesondere ein vitales Interesse an der Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit und Sicherung von Arbeitsplätzen. Während „Global-Player“ durch eigene Sicherheitsabteilungen verhältnismäßig gut aufgestellt sein dürften, agieren viele kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) immer noch viel zu arglos.

In Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft muss deshalb ein deutlich höheres Maß an Bewusstsein und Sensibilität für die Risiken von Angriffen auf Know-how und Innovation erzeugt werden. Gerade Wirtschaftsspionage ist eine langfristig angelegte, leise, aber mächtige Bedrohung für alle innovativen Industrienationen. Jahrelange Forschungsarbeit kann durch „Know-how- und Innovationsdiebstahl“ zunichte gemacht werden. Es bedarf insoweit einer übergeordneten kohärenten gesamtstaatlichen Strategie und ganzheitlichen Steuerung im Wirtschaftsschutz.

Konsequenterweise lauten die politischen Leitaufträge aus dem Koalitionsvertrag für die 18. LP: „Wir wollen Unternehmen vor Wirtschafts- und Konkurrenzspionage aus aller Welt schützen und eine nationale Strategie für den Wirtschaftsschutz erarbeiten“. Die Abwehr von Wirtschaftsspionage soll eine besondere Rolle spielen. Die Bundesregierung misst damit dem Wirtschaftsschutz eine hohe sicherheitspolitische Bedeutung bei. Auch im BMI haben wir organisatorisch reagiert und eine zentrale Referatszuständigkeit für den Wirtschaftsschutz etabliert.

Bereits mit der gemeinsamen Erklärung „Wirtschaftsschutz in Deutschland 2015“ von BMI, BDI und DIHK am 28. August 2013 wurden erstmalig übergreifende Schritte zum Schutz der Innovationskraft der deutschen Wirtschaft mit dem Ziel vereinbart, gemeinsam ein nationales Strategiekonzept für den Wirtschaftsschutz zu entwickeln. Grundlage für die Zusammenarbeit von Staat und Wirtschaft soll eine verstärkte Vertrauenskultur und ein optimierter wechselseitiger Informationsaustausch sein. Darauf aufbauend werden vorhandene Maßnahmen intensiviert und durch neue Maßnahmen und Kooperationen ergänzt. Prävention, Information und Sensibilisierung sind die Leitlinien.

Dieser gemeinsame Ansatz ist sehr vielversprechend, um einen echten „Kulturwandel für mehr Sicherheit“ in den Unternehmen zu befördern. Die Umsetzung erfolgt durch gemeinsam von Staat und Wirtschaft eingerichtete Expertengruppen. Wir haben noch vor der Sommerpause die konstituierende Sitzung der Experten Anfang Juli durchgeführt. Die Mitglieder der einzelnen Gruppen sind Vertreter der Unternehmen, der Wirtschaftsverbände sowie der Sicherheitsbehörden und allesamt ausgewiesene Experten auf dem Gebiet des Wirtschaftsschutzes. Diese haben unmittelbar die Arbeit aufgenommen.

Wie stehen Sie zu dem Vorschlag, einen gesetzlichen „Bundesbeauftragten für Wirtschaftsschutz“ zu benennen?

Das Schaffen eines Bundesbeauftragten für Wirtschaftsschutz, der die Koordination im Wirtschaftsschutz unter besonderer Berücksichtigung der Zusammenarbeit mit den Wirtschaftsverbänden übernimmt, wird gegenwärtig auch in der Bundesregierung erörtert.

Der Bund hat für den Wirtschaftsschutz eine verantwortungsvolle Rolle, weil sich entsprechende Angriffe in der Fläche gegen die Volkswirtschaft der Bundesrepublik Deutschland richten und mittel- bis langfristig enormes Schadenspotenzial in sich bergen.

Sehen Sie Möglichkeiten, die Sicherheits-Partnerschaft der staatlichen Sicherheitsinstitutionen mit den Sicherheitsverbänden sowie mit Branchen- und Wirtschaftsvereinigungen noch enger zu gestalten?

Der Wirtschaftsschutz ist eine gesamtstaatliche Aufgabe und bedingt eine enge Kooperation von Staat und Wirtschaft. BMI steht daher seit geraumer Zeit in engem Kontakt mit allen für den Wirtschaftsschutz relevanten Wirtschaftsverbänden BDI, DIHK, ASW, BDSW. Das Ziel ist eine breite Sensibilisierung im Mittelstand wie auch bei „Global-Player-Unternehmen“. Die Verbände sind für BMI und die Sicherheitsbehörden die zentralen Schnittstellen zu den deutschen Unternehmen. Es gilt diesen Ansatz weiter auszubauen.

Ein weiteres Beispiel für eine enge Zusammenarbeit zwischen den staatlichen Sicherheitsinstitutionen mit den Sicherheitsverbänden sowie mit Branchen- und Wirtschaftsvereinigungen ist die „Global-Player-Initiative“, in der sich das BKA regelmäßig mit verschiedenen international aufgestellten deutschen Großunternehmen über sicherheitsrelevante strategischen (Lage-)Informationen austauscht.

Unterstützen Sie den Vorstoß, das Marktsegment der Sicherheits-Dienstleistung – wie in den meisten EU-Ländern – in den Zuständigkeitsbereich des Innenministers zu übernehmen?

Nach der aktuellen Rechtslage liegt beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie die Ressortzuständigkeit nicht nur für gewerberechtliche, sondern auch für polizei- und sicherheitsrechtliche Regelungen zu privaten Sicherheitsunternehmen.

Reinhold Gall, Innenminister des Landes Baden-Württemberg

Fragen von SECURITY insight

InnenministerGallIn jüngster Zeit stehen digitale Angriffe auf die staatliche wie betriebliche Sicherheit im Fokus der Öffentlichkeit. Sehen Sie die Gefahr, dass dadurch „klassische“ Kriminalitätsformen (etwa Diebstahl, Betrug, Wirtschaftsspionage auf analogem Weg) an Aufmerksamkeit einbüßen – mit der Gefahr, unterschätzt zu werden?

Eine Gefahr der Unterschätzung „klassischer Kriminalität“ besteht aus unserer Sicht nicht. Zwar ist in Teilbereichen eine Verlagerung von Kriminalität in den virtuellen Raum erfolgt, dennoch machen die konventionell begangenen Delikte den ganz überwiegenden Anteil der Kriminalität aus.

Beispielhaft lässt sich das am Wohnungseinbruchdiebstahl festmachen. In diesem Bereich hatten wir im Jahr 2013 in Baden-Württemberg den siebten Anstieg in Folge. Der hohe Anteil von abgebrochenen Einbruchsversuchen belegt, dass eine gute mechanische Sicherungstechnik einen effektiven Schutz bietet. Der Einbruch per Mausklick, verbunden mit dem „Internet der Dinge“ oder „Smart Home“, sind noch Zukunftsszenarien. Natürlich sind Botnetze, die über Kühlschränke kommunizieren, spektakulär und erhalten große mediale Aufmerksamkeit, bilden aber die absolute Ausnahme.

Bei der Wirtschaftsspionage oder dem Verrat von Betriebs- und Geschäftsgeheimnissen ist die Entwicklung ähnlich. Immer noch sind in den Firmen hauptsächlich Innentäter festzustellen, die Daten unerlaubt kopieren und weitergeben. Digitale Angriffe kommen zwar vor, sind aber noch deutlich seltener. Deswegen müssen moderne Strafverfolgungsbehörden die Fähigkeiten besitzen, sich sowohl in der analogen als auch der digitalen Welt bewegen zu können.

Wie stehen Sie zu dem Vorschlag, auch aus volkswirtschaftlichem Interesse einen gesetzlichen „Beauftragten für Unternehmenssicherheit“ (auf Bundes- wie Landesebene) zu benennen?

Know-how und Innovationsfähigkeit deutscher Unternehmen sind Schlüsselfaktoren der Wettbewerbsfähigkeit unserer Volkswirtschaft und die wichtigsten Güter für den Wirtschaftsschutz. Sowohl auf Landes- wie auf Bundesebene gibt es mehrere spezialisierte Stellen, die sich diesem Thema widmen.

In Baden-Württemberg ist das Landesamt für Verfassungsschutz (LfV) in vielfacher Weise mit der Prävention und der Bekämpfung der staatlich gesteuerten Wirtschaftsspionage befasst. Unternehmen werden generalpräventiv unterstützt, etwa durch Veranstaltungen, Publikationen und aktuelle Sicherheitshinweise, welche Hilfe zur Selbsthilfe ermöglichen sollen. Spezialpräventiv betreut das LfV nahezu 600 Firmen, 275 davon in amtlichen Geheimschutzverfahren. Zu über 300 weiteren Unternehmen wird ein loses Kontaktverhältnis gepflegt.

Daneben existiert seit dem Jahr 1999 in Gestalt des „Sicherheitsforums Baden-Württemberg e.V.“ ein unabhängiges Gremium, das sich aus Firmen, Forschungseinrichtungen, Verbänden, Kammern und Behörden zusammensetzt. Es will vor allem kleine und mittlere Unternehmen (KMU) beim Innovations- und Know-how-Schutz unterstützen. Im Jahr 2010 wurde beispielsweise eine im Auftrag des Sicherheitsforums durchgeführte wissenschaftliche Studie zum Wirtschaftsschutz veröffentlicht. Die Studie zeigt Bedrohungsszenarien auf und enthält wichtige Handlungsempfehlungen.

Auf Bundesebene kann die Arbeitsgemeinschaft für Sicherheit der Wirtschaft e.V. genannt werden. Bei dieser handelt es sich um die Zentralorganisation der deutschen Wirtschaft in Sicherheitsfragen, die mit den zuständigen Sicherheitsbehörden kooperiert. Zu diesen Sicherheitsbehörden zählen vor allem das Bundesamt für Verfassungsschutz, das Bundeskriminalamt und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, die jeweils für einzelne Aufgaben des Wirtschaftsschutzes zuständig sind. Gemeinsam mit anderen Sicherheitsbehörden arbeiten sie im Nationalen Cyber-Abwehrzentrum des Bundesministeriums des Innern eng zusammen.

Ergänzend wurde beim Landeskriminalamt Baden-Württemberg eine „Zentrale Ansprechstelle Cybercrime“ speziell für Wirtschaftsunternehmen eingerichtet. Darüber hinaus pflegt das Innenministerium mit Firmen im Bereich der „Kritischen Infrastrukturen“ einen regelmäßigen Dialog. Auch auf Bundesebene bestehen vielfältige Beratungsangebote des Bundesamtes für Verfassungsschutz. Im Bereich der Cybersicherheit wurde der nationale Cybersicherheitsrat eingerichtet, in den auch hochrangige Wirtschaftsvertreter eingebunden sind.

Baden-Württemberg verfügt mit dem LfV über eine erfahrene, kompetente und mit der Wirtschaft vernetzte staatliche Einrichtung. Anstatt einen Beauftragten für Wirtschaftsschutz einzusetzen ist es daher vorzuziehen, Kompetenz und Beratungskapazität des LfV weiter zu verbessern und auszubauen sowie dessen Leistungsspektrum noch besser bekannt zu machen. Die Aufgabe eines verlässlichen Ansprechpartners für kleine und mittlere Unternehmen kann auf diese Weise effizienter und schneller bewerkstelligt werden als durch einen neuen „Beauftragten für Wirtschaftsschutz“.

Sehen Sie Möglichkeiten, die Sicherheits-Partnerschaft der staatlichen Sicherheitsinstitutionen mit den Sicherheitsverbänden sowie mit Branchen- und Wirtschaftsvereinigungen noch enger zu gestalten?

Eine engere Zusammenarbeit sollte im Rahmen der vorhandenen Einrichtungen erfolgen. Wirtschaftsschutz ist eine gemeinsame Aufgabe des Staates und der Unternehmen. Die staatliche Seite baut derzeit ihre technischen Kapazitäten aus. Die Initiative für eine noch engere Kooperation mit der Wirtschaft sollte aus wohlverstandenem Interesse aller Beteiligten sowohl von Seiten des Staates als auch von den Unternehmen und ihren Vereinigungen selbst kommen.

Unterstützen Sie den Vorstoß, das Marktsegment der Sicherheits-Dienstleistung – wie in den meisten EU-Ländern – in den Zuständigkeitsbereich der Innenminister zu überführen?

Die bisherige Zuständigkeitsregelung hat sich im Hinblick auf die notwendige Trennung von privaten und staatlichen Sicherheitsleistungen bewährt. Staatliche Zuständigkeiten beziehen sich auf die Gewährleistung von Sicherheit insgesamt. Der spezielle Schutz der Wirtschaft ist hier ein wichtiger, aber nicht der einzige relevante Bereich. Beim Marktsegment der „Sicherheitsdienstleistung“ ist erster Anknüpfungspunkt die unternehmerische Tätigkeit und erst in zweiter Linie deren Sicherheitsbezug.

Joachim Herrmann, Bayerischer Staatsminister des Innern

Fragen von SECURITY insight

InnenministerHerrmannIn jüngster Zeit stehen digitale Angriffe auf die staatliche wie betriebliche Sicherheit im Fokus der Öffentlichkeit. Sehen Sie die Gefahr, dass dadurch „klassische“ Kriminalitätsformen (etwa Diebstahl, Betrug, Wirtschaftsspionage auf analogem Weg) an Aufmerksamkeit einbüßen – mit der Gefahr, unterschätzt zu werden?

Nein, ganz und gar nicht. Unsere Aufmerksamkeit gilt den Gefahren der digitalen Welt genauso, wie allen anderen Herausforderungen der Inneren Sicherheit. Entscheidend ist, dass wir schnell auf sich abzeichnende Trends reagieren und die richtigen Schlüsse ziehen. Im Bereich der Cyber-Sicherheit haben wir letztes Jahr beispielsweise das bundesweit einmalige Cyber-Allianz-Zentrum im Bayerischen Landesamt für Verfassungsschutz eingerichtet, das Unternehmen und Betreibern kritischer Infrastrukturen beim Schutz vor Spionage und Sabotage mit Rat und Tat zur Seite steht. Angesichts bundesweit steigender Einbruchszahlen nehmen wir in Bayern gleichzeitig die Einbrecherbanden verstärkt ins Visier und erhöhen die Polizeipräsenz vor allem in Wohngebieten. Dank unserer konsequenten Sicherheitsstrategie ist Bayern mit der niedrigsten Kriminalitätsbelastung aller Bundesländer seit Jahren Spitzenreiter der Inneren Sicherheit.

Wie stehen Sie zu dem Vorschlag, auch aus volkswirtschaftlichem Interesse einen gesetzlichen „Beauftragten für Unternehmenssicherheit“ (auf Bundes- wie Landesebene) zu benennen?

Entscheidender als ein neuer staatlicher Beauftragter ist für mich die ständige enge Abstimmung und Kooperation zwischen Staat und Wirtschaft in konkreten Sicherheitsfragen. Im Bereich der Cyber-Sicherheit zum Beispiel haben wir mit dem Cyber-Allianz-Zentrum bereits ein sehr gutes Angebot für Unternehmen, sich zielgerichtet und umfassend beraten zu lassen. Auch in anderen Sicherheitsfragen wenden sich Unternehmen vertrauensvoll an das Bayerische Landesamt für Verfassungsschutz, beispielsweise wenn es um den Wirtschaftsschutz und allgemein Maßnahmen gegen Spionage geht. Im Bereich der allgemeinen Kriminalität ist die Bayerische Polizei und insbesondere das Bayerische Landeskriminalamt ein kompetenter Ansprechpartner.

Sehen Sie Möglichkeiten, die Sicherheits-Partnerschaft der staatlichen Sicherheitsinstitutionen mit den Sicherheitsverbänden sowie mit Branchen- und Wirtschaftsvereinigungen noch enger zu gestalten?

Ich denke, hier sind wir in Bayern schon auf einem sehr guten Weg. Im Bereich des Wirtschaftsschutzes und der Cybersicherheit gibt es enge Kooperationen unter anderem mit der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw), dem Bayerischen Verband für Sicherheit in der Wirtschaft (BVSW), dem Genossenschaftsverband und vor allem auch mit den Industrie- und Handelskammern. Ein gutes Beispiel ist auch unsere 2010 gemeinsam mit dem Wirtschaftsministerium gegründete „Initiative Wirtschaftsschutz“ (www.wirtschaftsschutz.bayern.de). Ich setze alles daran, die Zusammenarbeit noch weiter auszubauen.

Unterstützen Sie den Vorstoß, das Marktsegment der Sicherheits-Dienstleistung – wie in den meisten EU-Ländern – in den Zuständigkeitsbereich der Innenminister zu überführen?

Für einen solchen Schritt sehe ich derzeit keine Notwendigkeit. Die zentrale Vorschrift für das Bewachungsgewerbe findet sich in der  Gewerbeordnung und ist damit dem Gewerberecht zugeordnet  (§ 34a Gewerbeordnung). Dessen Vollzug obliegt üblicherweise den Wirtschaftsministerien. Diese Zuordnung hat sich in der Vergangenheit auch im Bereich der Sicherheitsdienstleistung bewährt. Denn die Zusammenarbeit von Gewerbe- und Sicherheitsbehörden funktioniert beim praktischen Vollzug reibungslos, etwa bei der Überprüfung der Zuverlässigkeit von Personen, die bestimmte Tätigkeiten im Sicherheitsgewerbe ausüben wollen.

Frank Henkel, Innensenator von Berlin

Fragen von SECURITY insight

InnenministerHenkelIn jüngster Zeit stehen digitale Angriffe auf die staatliche wie betriebliche Sicherheit im Fokus der Öffentlichkeit. Sehen Sie die Gefahr, dass dadurch „klassische“ Kriminalitätsformen (etwa Diebstahl, Betrug, Wirtschaftsspionage auf analogem Weg) an Aufmerksamkeit einbüßen – mit der Gefahr, unterschätzt zu werden?

Das im Vergleich noch junge Phänomen Cybercrime hat gerade auch medial eine nicht zu unterschätzende Dimension bekommen. Neue Technologien bieten leider auch Straftätern die Möglichkeit, diese für ihre kriminellen Machenschaften zu nutzen.

Das breite Feld der Kriminalität wird sich – wie das übrige Leben – auch weiterhin im „analogen“ Bereich abspielen.

Die Polizei ist geschult darin, auf Veränderungen und neue Phänomene aktuell und zeitnah zu reagieren, um Schutz-/Präventivmaßnahmen gemeinsam zu entwickeln, ohne dabei althergebrachte Kriminalitätsformen aus dem Auge zu verlieren. Genau das ist auch Aufgabe der Koordinierungsgruppe Sicherheitspartnerschaft.

Es geht dabei um die aktuelle Sicherheits- und Gefährdungslage und nicht nur um neue Phänomene. Zur aktuellen Lage gehört auch immer die Darstellung der Entwicklung von Diebstahls- und Einbruchstaten, von Betrugstaten etc., damit kein Nach-lassen in der umfassenden Zusammenarbeit bzw. der Initiierung von Präventionsmaßnahmen erfolgt.

Die klassische – analoge – Kriminalitätsbekämpfung wird keineswegs unterschätzt und weiterhin von hoher Bedeutung sein. Die Sicherheitsbehörden sind entsprechend aufgestellt. Cybercrime ist ein neues Phänomen, dem die Polizei sich mit zusätzlich eingerichteten Ermittlungsbereichen in entsprechendem Umfang widmet.

Wie stehen Sie zu dem Vorschlag, auch aus volkswirtschaftlichem Interesse einen gesetzlichen „Beauftragten für Unternehmenssicherheit“ (auf Bundes- wie Landesebene) zu benennen?

Sicherheit ist für Deutschland ein bedeutender Standortfaktor. Wir sind zu Recht stolz darauf, der Wirtschaft schon jetzt ein hohes Maß an Sicherheit bieten zu können. Allerdings können wir nur den Rahmen liefern, Unternehmenssicherheit ist zuvorderst die Aufgabe der betroffenen Unternehmen. Ich bin kein Freund davon, auf jedes neu auftretende Problem staatlicherseits mit der Installation eines Beauftragten zu reagieren. Das ist im Übrigen auch nicht erforderlich: Die Innenverwaltung und die Sicherheitsbehörden arbeiten jahrelang sehr eng und vertraut in Einzelfällen mit den Sicherheitsbeauftragten von Unternehmen und in grundsätzlichen Angelegenheiten mit Dachverbänden und Organisationen der Unternehmenssicherheit zusammen. Die Kooperationsvereinbarungen sind ein Ausdruck dieser engen Zusammenarbeit.

Der Schwerpunkt sollte weiterhin in dem Aspekt der vertrauensvollen, direkten Kommunikation liegen, die das gegenseitige Vertrauen weiter stärkt.

Sehen Sie Möglichkeiten, die Sicherheits-Partnerschaft der staatlichen Sicherheitsinstitutionen mit den Sicherheitsverbänden sowie mit Branchen- und Wirtschaftsvereinigungen noch enger zu gestalten?

Für die Mitglieder der Koordinierungsgruppe Sicherheitspartnerschaft ist die enge Zusammenarbeit von Wirtschaft, Politik und Behörden das Bekenntnis zu einem starken und sicheren Standort Berlin-Brandenburg. Der Erfolg der dreijährigen Zusammenarbeit zeigt sich in den gemeinsamen Veranstaltungen, von denen zahlreiche Unter-nehmen profitieren konnten.

Bei der Zusammenarbeit geht es insbesondere um den schnellen Informationsaustausch zwischen den Partnern. Die Koordinierungsgruppe trifft sich turnusmäßig vier Mal im Jahr, um fachliche Erkenntnisse sowie Informationsmaterialien auszutauschen und themenbezogene Veranstaltungen zu organisieren. Diese Sicherheitspartnerschaft funktioniert in Berlin bestens. Der regelmäßige, intensive und fachbezogene Austausch ist aus meiner Sicht für beide Seiten zielführend.

Unterstützen Sie den Vorstoß, das Marktsegment der Sicherheits-Dienstleistung – wie in den meisten EU-Ländern – in den Zuständigkeitsbereich der Innenminister zu überführen?

Mit Ausnahme von Deutschland und Österreich unterliegt die Zuständigkeit für die privaten Sicherheitsdienste in den anderen 25 EU-Staaten den Innen- bzw. Justizministerien. Es ist unstrittig, dass die aktuellen Herausforderungen im Bereich der Inneren Sicherheit eine enge und gute Zusammenarbeit zwischen der Polizei und der privaten Sicherheit erfordern. Dies setzt aber nicht zwingend voraus, dass die Zuständigkeit für beide Bereiche gebündelt wird. Im Koalitionsvertrag (der Bundesregierung) wurde festgelegt, eine nationale Strategie für den Wirtschaftsschutz erarbeiten. An private Sicherheitsdienstleister werden verbindliche Anforderungen an Seriosität und Zuverlässigkeit gestellt.

Sichere Infrastrukturen und Versorgungssicherheit, sicheres Betreiben von Informationstechnologien, wirksamer Schutz vor Wirtschaftsspionage, Marken- und Produktpiraterie, Produkterpressung etc. sind bedeutsame Voraussetzungen für nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg für große und auch für kleine Unternehmen. Mit der hiesigen Sicherheitspartnerschaft wird die Schnittstelle zwischen den Sicherheitsbehörden und der privaten Wirtschaft zu beiderseitigem und gesellschaftlichen Nutzen ausgestaltet.

Ralf Holzschuher, Innenminister des Landes Brandenburg

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InnenministerHolzschuherIn jüngster Zeit stehen digitale Angriffe auf die staatliche wie betriebliche Sicherheit im Fokus der Öffentlichkeit. Sehen Sie die Gefahr, dass dadurch „klassische“ Kriminalitätsformen (etwa Diebstahl, Betrug, Wirtschaftsspionage auf analogem Weg) an Aufmerksamkeit einbüßen – mit der Gefahr, unterschätzt zu werden?

Nein, diese Gefahr sehen wir nicht. Eher könnten bestehende Gefährdungen unterschätzt werden. Das Internet als Tatmittel ist inzwischen allgegenwärtig. Davon betroffen sind nicht nur Staat und Wirtschaft, sondern viele Kriminalitätsbereiche, wie z.B. Kinderpornographie, Rauschgifthandel, aber auch Spionage sowie Extremismus und Terrorismus.

Wie stehen Sie zu dem Vorschlag, auch aus volkswirtschaftlichem Interesse einen gesetzlichen „Beauftragten für Unternehmenssicherheit“ (auf Bundes- wie Landesebene) zu benennen?

Auf Bundes- wie Länderebene existieren aus unserer Sicht bereits gut funktionierende und vernetzte Strukturen. Wichtig ist, den Informationsfluss schnell und aktuell zu gestalten sowie die Beteiligten ständig zu sensibilisieren. Das Land Brandenburg ist – wie andere Bundesländer auch – Mitglied der länderoffenen Arbeitsgruppe Cybersicherheit. Ziel der Arbeitsgruppe ist es, vorhandene Aktivitäten aus den Bereichen Verwaltung und Wirtschaft zusammenzuführen und zu koordinieren. Auf diese Zusammenarbeit sind alle Akteure auf dem Gebiet der Cybersicherheit angewiesen.

Sehen Sie Möglichkeiten, die Sicherheits-Partnerschaft der staatlichen Sicherheitsinstitutionen mit den Sicherheitsverbänden sowie mit Branchen- und Wirtschaftsvereinigungen noch enger zu gestalten?

Derartige Partnerschaften sind sehr sinnvoll und sollten weiter ausgebaut werden. In Brandenburg besteht seit 2009 eine Sicherheitspartnerschaft zwischen dem Ministerium des Innern des Landes Brandenburg und der Landesarbeitsgemeinschaft der Industrie- und Handelskammern des Landes Brandenburg. Diese Sicherheitspartnerschaft verfolgt das Ziel, Wirtschaftsspionage zu verhindern, die gegenseitige Kooperationsbereitschaft zu erhöhen, Informationsaustausch, Beratung und Information sicherzustellen, auf eine Sensibilisierung für Anzeichen von Spionage hinzuwirken und einschlägige Warnhinweise auszutauschen.

Unterstützen Sie den Vorstoß, das Marktsegment der Sicherheits-Dienstleistung – wie in den meisten EU-Ländern – in den Zuständigkeitsbereich der Innenminister zu überführen?

Ein solcher Vorstoß ist in Brandenburg bisher nicht diskutiert worden, da private Sicherheitsfirmen nicht als Träger vor Hoheitsaufgaben tätig sind.

Michael Neumann, Senator für Inneres, Hamburg

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InnenministerNeumannIn jüngster Zeit stehen digitale Angriffe auf die staatliche wie betriebliche Sicherheit im Fokus der Öffentlichkeit. Sehen Sie die Gefahr, dass dadurch „klassische“ Kriminalitätsformen (etwa Diebstahl, Betrug, Wirtschaftsspionage auf analogem Weg) an Aufmerksamkeit einbüßen – mit der Gefahr, unterschätzt zu werden?

Veränderte technische Möglichkeiten werden leider auch durch Kriminelle für neue Tatbegehungsweisen genutzt, vielfach in ganz klassischen Kriminalitätsfeldern, teilweise entstehen aber auch neue Deliktsformen. Natürlich erfordert das die Aufmerksamkeit der Sicherheitsbehörden und bindet auch Kapazitäten. Der materielle Schaden dieser neuen Tatbegehungsformen ist teilweise auch hoch. Die Delikte, die die Menschen aber weiter unmittelbar spüren, wie der Diebstahl, der Einbruch, die Beleidigung von Angesicht zu Angesicht, werden aber ihren Raum behalten. Wenn auch der materielle Schaden oft der gleiche ist, wird die damit verbundene Beeinträchtigung oft als gravierender empfunden. Schon das gewährleistet, dass die Aufmerksamkeit für diese Delikte erhalten bleiben wird.

Wie stehen Sie zu dem Vorschlag, auch aus volkswirtschaftlichem Interesse einen gesetzlichen „Beauftragten für Unternehmenssicherheit“ (auf Bundes- wie Landesebene) zu benennen?

Auf Bundes- und Landesebene gibt es vielfältige Angebote der Behörden und der Wirtschaftsverbände, die den Unternehmen die erforderlichen Kenntnisse vermitteln, um in Eigenverantwortung ein ganzheitliches, auf den einzelnen Betrieb abgestimmtes Sicherheitskonzept erstellen zu können. Die Einrichtung eines behördlichen Beauftragten für Unternehmenssicherheit scheint mir daher verzichtbar. Viel wichtiger ist es, dass die Unternehmen selbst ein Problembewusstsein hinsichtlich der von Wirtschaftsspionage und Konkurrenzausspähung ausgehenden Gefahren entwickeln. Dies gilt insbesondere für mittelständische Unternehmen, die aufgrund ihres hohen Know-hows häufig im besonderen Fokus der Wirtschaftsspionage und Konkurrenzausspähung stehen. Unternehmenssicherheit ist ein klarer Wettbewerbsvorteil und keine lästige Kostenstelle.

Sehen Sie Möglichkeiten, die Sicherheits-Partnerschaft der staatlichen Sicherheitsinstitutionen mit den Sicherheitsverbänden sowie mit Branchen- und Wirtschaftsvereinigungen noch enger zu gestalten?

Ich sehe die Sicherheit von Unternehmen als einen wichtigen Standortfaktor an. Wirtschaft und Sicherheitsbehörden müssen nicht nur temporär im Schadensfall kooperieren, sondern dauerhaft gut zusammenarbeiten und sich vernetzen. In Zeiten des schnellen Wandels sind Sicherheitspartnerschaften wichtig für das gegenseitige Lernen, Verstehen und Ergänzen von Kompetenzen und Fähigkeiten.

Um aktuellen und künftigen Herausforderungen noch besser begegnen zu können, haben Wirtschaft und Behörden in Hamburg im Juni 2013 das „Netzwerk für Standortsicherheit Hamburg“ eingerichtet. In diesem Netzwerk werden die Aktivitäten in den Themenfeldern Wirtschaftskriminalität und Korruption, Wirtschaftsspionage, IT-Sicherheit und Cybercrime, Sicherheitswirtschaft, kritische Infrastrukturen, Sport und Veranstaltungen, Qualifizierung und Bildung, Prävention sowie lokale Kooperationen koordiniert. Dabei arbeiten 15 Kammern und Wirtschaftsverbände sowie auf staatlicher Seite die Innenbehörde, die Polizei Hamburg und das Landesamt für Verfassungsschutz an einem sicheren Standort für Bürger und Unternehmen.

Hamburg ist mit dem Netzwerk gut aufgestellt, die Zusammenarbeit hat sich bewährt. Sie wird sich jedoch an den gebotenen Erfordernissen zum Wohle der Standortsicherheit im Netzwerk ständig weiterentwickeln. 

Außerdem richtet das Landesamt für Verfassungsschutz in Hamburg alle zwei Jahre einen Wirtschaftsschutztag aus. Am 2. September 2014 findet der Wirtschaftsschutztag unter dem Titel „Gefahren durch Wirtschaftsspionage und Konkurrenzausspähung: Lösungsstrategien für Hamburger Unternehmen im internationalen Wettbewerb“ statt.

Unterstützen Sie den Vorstoß, das Marktsegment der Sicherheits-Dienstleistung – wie in den meisten EU-Ländern – in den Zuständigkeitsbereich der Innenminister zu überführen?

Die Frage von Zuständigkeiten und Regulierungen lässt sich nicht isoliert betrachten. Das Gewerberecht in Deutschland ist historisch gewachsen und drückt ein bestimmtes Verständnis aus. Veränderungen für einzelne Branchen müssen sorgfältig abgewogen werden. Vor dem Hintergrund der gewachsenen und funktionierenden Sicherheitsarchitektur in Deutschland sehe ich hier keinen Veränderungsdruck.

Peter Beuth, Innenminister des Landes Hessen

Fragen von SECURITY insight

InnenministerBeuthIn jüngster Zeit stehen digitale Angriffe auf die staatliche wie betriebliche Sicherheit im Fokus der Öffentlichkeit. Sehen Sie die Gefahr, dass dadurch „klassische“ Kriminalitätsformen (etwa Diebstahl, Betrug, Wirtschaftsspionage auf analogem Weg) an Aufmerksamkeit einbüßen – mit der Gefahr, unterschätzt zu werden?

Aus polizeilicher Sicht ist bisher nicht erkennbar, dass klassische Kriminalitätsformen hinsichtlich ihrer Aufmerksamkeit zu Gunsten der Internetkriminalität ins Hintertreffen geraten.

Die fortschreitende Entwicklung des Internet führt dazu, dass neben Information und Kommunikation auch zunehmend E-Government- und E-Commerce über dieses Medium abgewickelt werden. Damit einhergehend greifen auch Straftäter diese neuen Tatgelegenheiten auf.

Steigt die Anzahl von digitalen Geschäftsabschlüssen und gehen diese korrespondierend im analogen Bereich zurück, so wird sich auch das Kriminalitätsgeschehen in den virtuellen Raum verlagern. Insbesondere bei Betrugskriminalität ist diese Entwicklung deutlich zu erkennen.

Polizeiliche Kriminalprävention orientiert sich grundsätzlich am jeweils aktuellen Kriminalitätsgeschehen, versucht zielgruppenorientiert eine größtmögliche Wirkung zu entfalten und wird regelmäßig fortentwickelt. Ob die Kriminalität in der realen oder virtuellen Welt stattfindet, ist dabei unerheblich.

Wie stehen Sie zu dem Vorschlag, auch aus volkswirtschaftlichem Interesse einen gesetzlichen „Beauftragten für Unternehmenssicherheit“ (auf Bundes- wie Landesebene) zu benennen?

Der Vorschlag eines gesetzlichen „Beauftragten für Unternehmenssicherheit“ (auf Bundes- wie Landesebene) ist hier nicht bekannt. Aufgrund der etablierten föderalen Sicherheitsstruktur und der bestehenden Ressortzuständigkeiten ist kein Bedarf an der Einrichtung eines solchen Beauftragten zu erkennen.

Sehen Sie Möglichkeiten, die Sicherheits-Partnerschaft der staatlichen Sicherheitsinstitutionen mit den Sicherheitsverbänden sowie mit Branchen- und Wirtschaftsvereinigungen noch enger zu gestalten?

Die institutionalisierte Zusammenarbeit zwischen dem privaten Sicherheitsgewerbe und insbesondere der Polizei funktioniert und wird regelmäßig dahingehend geprüft, ob eine Ausweitung der Zusammenarbeit möglich und sinnvoll ist. Wesentlich hierbei ist, dass private Sicherheitsdienste nur im nicht-öffentlichen Raum tätig werden, weil im öffentlichen Raum eine ausschließliche Zuständigkeit öffentlicher Institutionen wie der Polizei und kommunaler Ordnungsbehörden besteht.

Im Hinblick auf Aspekte der digitalen Bedrohung kann die Zusammenarbeit mit Branchen- und Wirtschaftsvereinigungen sicher noch weiter vertieft und ausgebaut werden.

Konkrete Vorhaben mit starkem regionalen Bezug oder stark branchenspezifischer Ausrichtung bieten dabei die größte Wahrscheinlichkeit, zu spürbaren Verbesserungen der Sicherheit zu gelangen. Die Angebote des digitalen Wirtschaftsschutzes und die Zusammenarbeit mit den Industrie- und Handelskammern im Bereich Cybersicherheit sind Ansätze, die wir vertiefen wollen.

Unterstützen Sie den Vorstoß, das Marktsegment der Sicherheits-Dienstleistung – wie in den meisten EU-Ländern – in den Zuständigkeitsbereich der Innenminister zu überführen?

Die Regulierung des Sicherheitsgewerbes obliegt auf Bundes- und Landesebene den Wirtschaftsressorts. Diese Regulierung umfasst unter anderem Aspekte der Zuverlässigkeit und Sachkunde, die wesentliche Voraussetzungen zur Ausübung dieser Tätigkeit im Sinne der Bewachungsverordnung darstellen. Im Zuge der ressortübergreifenden Zusammenarbeit werden durch das zuständige Ressort regelmäßig Stellungnahmen anderer Ressorts eingeholt. Dies geschieht im Hinblick auf die Regulierung des Bewachungsgewerbes auch zwischen Wirtschafts- und Innenressort.

Die Übernahme dieser Zuständigkeit durch das Hessische Innenministerium ist nicht beabsichtigt; entsprechende Bestrebungen anderer Länder oder im Bund sind bisher nicht bekannt geworden.

Marco Pecht, Pressesprecher des Landes Rheinland-Pfalz

Fragen von SECURITY insight

InnenministerPechtIn jüngster Zeit stehen digitale Angriffe auf die staatliche wie betriebliche Sicherheit im Fokus der Öffentlichkeit. Sehen Sie die Gefahr, dass dadurch „klassische“ Kriminalitätsformen (etwa Diebstahl, Betrug, Wirtschaftsspionage auf analogem Weg) an Aufmerksamkeit einbüßen – mit der Gefahr, unterschätzt zu werden?

Wie stehen Sie zu dem Vorschlag, auch aus volkswirtschaftlichem Interesse einen gesetzlichen „Beauftragten für Unternehmenssicherheit“ (auf Bundes- wie Landesebene) zu benennen?

Sehen Sie Möglichkeiten, die Sicherheits-Partnerschaft der staatlichen Sicherheitsinstitutionen mit den Sicherheitsverbänden sowie mit Branchen- und Wirtschaftsvereinigungen noch enger zu gestalten?

Unterstützen Sie den Vorstoß, das Marktsegment der Sicherheits-Dienstleistung – wie in den meisten EU-Ländern – in den Zuständigkeitsbereich der Innenminister zu überführen?

Antwort von
Marco Pecht, Pressesprecher im Innenministerium des Landes Rheinland-Pfalz

…leider können wir Ihrem Anliegen nicht Rechnung tragen. Minister Roger Lewentz äußert sich grundsätzlich nicht in kommerziellen Publikationen oder in Magazinen, die hauptsächlich werblichen Zwecken dienen. Ich bitte um Ihr Verständnis…

Stephan Manke, Staatssekretär im Innenministerium des Landes Niedersachsen

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InnenministerMankeIn jüngster Zeit stehen digitale Angriffe auf die staatliche wie betriebliche Sicherheit im Fokus der Öffentlichkeit. Sehen Sie die Gefahr, dass dadurch „klassische“ Kriminalitätsformen (etwa Diebstahl, Betrug, Wirtschaftsspionage auf analogem Weg) an Aufmerksamkeit einbüßen – mit der Gefahr, unterschätzt zu werden?

Cybercrime ist die Kriminalität von heute. Experteneinschätzungen gehen davon, dass diese eine der am schnellsten wachsenden Kriminalitätsformen darstellt. Daher steht dies derzeit insbesondere im medialen Fokus.

Nach wie vor begehen Straftäter aber auch Diebstahls- und Betrugsdelikte auf konventionellen, analogen Wegen. Die Aufklärung dieser Delikte gehört dauerhaft zu den Kernaufgaben der Landespolizei. Die Ermittlungen werden in gleicher Intensität geführt wie beispielsweise bei der Bekämpfung von Cybercrime und bilden weiterhin einen Schwerpunkt der polizeilichen Arbeit.

Wie stehen Sie zu dem Vorschlag, auch aus volkswirtschaftlichem Interesse einen gesetzlichen „Beauftragten für Unternehmenssicherheit“ (auf Bundes- wie Landesebene) zu benennen?

Polizei und Verfassungsschutz engagieren sich stark in der Bekämpfung der Internet- und Cyberkriminalität, sowohl im Rahmen der Kriminalitätsbekämpfung, als auch der Prävention.

Dies kann jedoch nur einen Baustein in der Unternehmenssicherheit ausmachen und darf nicht für sich alleine stehen. Die Unternehmen müssen mitmachen und ihrerseits dazu beitragen, dass erkannte Sicherheitslücken geschlossen werden, bei Sicherheitsvorfällen entsprechend reagiert wird und erforderliche Maßnahmen, die in der Theorie erkannt werden auch in der Praxis ihre Umsetzung finden.

Ein Beauftragter für Unternehmenssicherheit ist dabei der Schritt in die richtige Richtung. Dadurch wird herausgestellt, dass den Unternehmen einerseits durchaus ein eigenverantwortliches Handeln obliegt, und es andererseits in dieser Person auch einen festen Ansprechpartner für die Sicherheitsbehörden gibt.

Entsprechend haben die Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft, der BDI, der DIHK, und das Bundesministerium des Innern am 28.8.2013 in Berlin eine gemeinsame Erklärung für ein nationales Wirtschaftsschutzkonzept in Deutschland abgegeben.

Sehen Sie Möglichkeiten, die Sicherheits-Partnerschaft der staatlichen Sicherheitsinstitutionen mit den Sicherheitsverbänden sowie mit Branchen- und Wirtschaftsvereinigungen noch enger zu gestalten?

Neben regionalen Vereinbarungen existiert im Land Niedersachsen die Sicherheitspartnerschaft gegen Wirtschaftskriminalität, die am 6.11.2000 begründet wurde und mit den Vertragspartnern Niedersächsischer Industrie- u. Handelskammertag (NIHK), Niedersächsische IHK-Arbeitsgemeinschaft Hannover-Braunschweig, Verband für Sicherheit in der Wirtschaft Norddeutschland e. V. (VSWN), Vereinigung der Handwerkskammern Niedersachsen und dem Land Niedersachsen fortbesteht.

In der täglichen Praxis wird die Sicherheitspartnerschaft durch einen intensiven Erfahrungsaustausch zwischen Landeskriminalamt/Verfassungsschutz auf der einen Seite und NIHK/VSWN auf der anderen Seite ausgefüllt. Die Sicherheitsbehörden informieren über aktuelle Lagebilder und Gefährdungsanalysen. NIHK und VSWN steuern diese Informationen an die Wirtschaft. Umgekehrt nehmen NIHK/VSWN sicherheitsrelevante Informationen aus der Wirtschaft entgegen und leiten diese an das LKA oder den Verfassungsschutz weiter.

Entscheidend ist demnach, dass Kooperationen zwischen Behörden und Wirtschaft mit Leben ausgefüllt werden, keine theoretischen Gebilde bleiben, sondern praktische Hinweise für die tägliche Arbeit geben. Als Beispiel auf behördlicher Seite gilt der Arbeitsbereich Wirtschaftsschutz des niedersächsischen Verfassungsschutzes, der in diesem Kontext ein Partner für die Unternehmen in Niedersachsen und mit Vorträgen und Beratungen stark nachgefragt ist. Im Rahmen seiner bislang 14-jährigen Tätigkeit hat der Wirtschaftsschutz etwa zu 750 Firmen ständig Kontakt und mehr als 7.000 Unternehmen mit sicherheitsrelevanten Informationen erreicht.

Unterstützen Sie den Vorstoß, das Marktsegment der Sicherheits-Dienstleistung – wie in den meisten EU-Ländern – in den Zuständigkeitsbereich der Innenminister zu überführen?

Die grundsätzliche Fragestellung ist nicht neu, ob private Sicherheitsdienstleistungen eher dem Recht der inneren Sicherheit oder dem Gewerberecht zuzuordnen sind. Ich darf hier an eine Gesetzesinitiative der SPD-Bundestagsfraktion aus dem Jahr 1996 erinnern. In einem sog. „Aufgaben- und Befugnisgesetz“ sollten Rechte, Pflichten und Aufgaben privater Sicherheitsunternehmen geregelt werden. Das Gesetz ist zwar nie in Kraft getreten hat aber eine wichtige Diskussion angestoßen. So wurde letztlich das Gewerberecht im Juli 2002 geändert. Seither gibt es aus meiner Sicht gute Regelungen für das Bewachungsgewerbe, die aber aus den oben genannten Gründen aus Sicht der Innenminister um Qualitätsstandards für die gesamte Sicherheitsbranche erweitert werden müssten. Diesen Weg hat die Innenministerkonferenz vorgegeben und diesem Weg schließe ich mich ausdrücklich an.

Monika Bachmann, Innenministerin des Saarlands

Fragen von SECURITY insight

In jüngster Zeit stehen digitale Angriffe auf die staatliche wie betriebliche Sicherheit im Fokus der Öffentlichkeit. Sehen Sie die Gefahr, dass dadurch „klassische“ Kriminalitätsformen (etwa Diebstahl, Betrug, Wirtschaftsspionage auf analogem Weg) an Aufmerksamkeit einbüßen – mit der Gefahr, unterschätzt zu werden?

Wie stehen Sie zu dem Vorschlag, auch aus volkswirtschaftlichem Interesse einen gesetzlichen „Beauftragten für Unternehmenssicherheit“ (auf Bundes- wie Landesebene) zu benennen?

Sehen Sie Möglichkeiten, die Sicherheits-Partnerschaft der staatlichen Sicherheitsinstitutionen mit den Sicherheitsverbänden sowie mit Branchen- und Wirtschaftsvereinigungen noch enger zu gestalten?

Unterstützen Sie den Vorstoß, das Marktsegment der Sicherheits-Dienstleistung – wie in den meisten EU-Ländern – in den Zuständigkeitsbereich der Innenminister zu überführen?

InnenministerBachmannAntworten von
Monika Bachmann, Innenministerin des Saarlands

In Ihrem Schreiben weisen Sie zu Recht auf die derzeitige Fokussierung digitaler Angriffe auf staatliche Stellen und Wirtschaftsunternehmen in der Öffentlichkeit hin. Allerdings sehe ich dabei nicht die von Ihnen beschriebene Gefahr, dass dadurch „klassische“ Kriminalitätsformen an Aufmerksamkeit einbüßen. Zumindest sehe ich dies nicht im Zusammenhang mit der Aufgabenerfüllung der Sicherheitsbehörden im Saarland. Wenn die Sicherheitsbehörden einem Phänomenbereich aus bestimmten gegebenen Anlässen heraus eine besondere Bedeutung zukommen lassen, kann und darf dies nicht dazu führen, dass andere Bereiche vernachlässigt werden. Als zuständige Ministerin, die auch für die Bereiche des Verfassungsschutzes und der Polizei verantwortlich zeichnet, kann ich dies jedenfalls ausschließen.

Im Übrigen bin ich der Auffassung, dass eine Kooperation zwischen staatlichen Sicherheitseinrichtungen und privaten Unternehmen auch und gerade wegen der bestehenden Gefahren im Zusammenhang mit der nachrichtendienstlichen Ausforschung staatlicher Stellen und Wirtschaftsunternehmen eine wichtige Rolle spielen kann. Sie selbst leisten hierzu mit Ihrer Organisation einen aus meiner Sicht wichtigen und aufklärenden Beitrag. Gleichwohl setze ich vor dem Hintergrund des präventiven Ansatzes eher auf die Freiwilligkeit der Betroffenen und halte zum jetzigen Zeitpunkt staatliche Vorgaben nicht für erforderlich. Vielmehr sollten wir unsere bestehenden Sensibilisierungsmaßnahmen im Wirtschafts- und Geheimschutz ausbauen, um so potentiell betroffenen Zielgruppen auch weiterhin verlässliche Handlungsmöglichkeiten zur Gegensteuerung anbieten zu können.

Mit Blick auf die Frage der Verortung der Ressortzuständigkeit für den Bereich der privaten Sicherheitsdienstleistungen ist mir bekannt, dass nicht nur aus den Reihen des Bundesverbandes der Sicherheitswirtschaft Stimmen laut geworden sind, die Zuständigkeit für die privaten Sicherheitsdienste auf eine neue Grundlage zu stellen. Derzeit fällt die Gewerbeordnung als entsprechendes Regelwerk für den privaten Sicherheitsbereich in die Zuständigkeit des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie. Ich halte dies auch durchaus für sachgerecht und sehe darin auch kein Kooperationshemmnis hinsichtlich weiterer enger Zusammenarbeitsformen zwischen privaten Sicherheitsunternehmen und staatlichen Stellen.

Ich denke hierbei auch und insbesondere an die Thematik „Zertifizierung privater Sicherheitsunternehmen, der sich die Konferenz der Innenminister und -senatoren der Länder angenommen und im Ergebnis ihrer Beratungen unter anderem für erforderlich empfand, die Anforderungen an Unternehmen im privaten Sicherheitsgewerbe durch Änderungen im Gewerberecht zu erhöhen.

Rainer Kann, Landespolizeipräsident von Sachsen

InnenministerKannAusspähung von Daten, Cybermobbing, Computerbetrug, Hacking von Webservern, Betreiben von Bot-Netzen, Malware-Infiltration und der Einsatz von Schadsoftware sind häufig genannte Beispiele für die Ausnutzung der Informationstechnologie, insbesondere des Internets, für kriminelle Zwecke. Der „Cyberraum“ bietet eine Vielzahl von Tatgelegenheiten. Täter bleiben dort regelmäßig anonym, agieren schnell, oft arbeitsteilig und mit neuester Technologie.

Das Risiko, Opfer von Cybercrime zu werden, ist insbesondere auch für Firmen sehr hoch. Laut einer Studie von Hewlett-Packard aus dem Jahr 2012 verursachen Datendiebstahl, Computerviren und Web-Attacken in deutschen Großunternehmen jährlich einen Schaden von durchschnittlich 4,8 Millionen Euro. Pro Woche gibt es in den für die Studie untersuchten Unternehmen im Schnitt einen erfolgreichen Angriff, wenngleich dieser Begriff nicht einheitlich definiert ist. Viele Fälle kommen nie zur Anzeige, um einen lmage- und damit Kundenverlust zu verhindern, sodass zudem von einem sehr großen Dunkelfeld auszugehen ist.

Betroffene Unternehmen suchen einen verlässlichen und kompetenten Ansprechpartner innerhalb der Sicherheitsbehörden, insbesondere für die Bekämpfung der Cybercrime. Um dieser enormen Herausforderung gerecht zu werden, hat die sächsische Polizei Kräfte, Mittel und Kompetenzen in starkem Maße gebündelt.

Dies vorausgeschickt, beantworte ich Ihre Fragen wie folgt:

Fragen von SECURITY insight

In jüngster Zeit stehen digitale Angriffe auf die staatliche wie betriebliche Sicherheit im Fokus der Öffentlichkeit. Sehen Sie die Gefahr, dass dadurch „klassische“ Kriminalitätsformen (etwa Diebstahl, Betrug, Wirtschaftsspionage auf analogem Weg) an Aufmerksamkeit einbüßen – mit der Gefahr, unterschätzt zu werden?

Angriffe auf die Integrität und Sicherheit von Datensystemen von Unternehmen sowie im staatlichen Bereich bergen ein sehr hohes Gefahrenpotenzial für die jeweilige Funktionsfähigkeit. Derartige Straftaten nehmen jährlich zu und prognostisch ist auch ein weiterer Anstieg der Fallzahlen zu erwarten. Wie oben bereits dargestellt, trägt die sächsische Polizei dieser Entwicklung der Cybercrime Rechnung. U. a. erfolgte in diesem Zusammenhang unlängst am 10. Juni 2014 die Einrichtung des Cybercrime Competence Centers im Landeskriminalamt Sachsen.

Unabhängig von der Zunahme der Bedeutung von Cybercrime bleiben „klassische“ Deliktsfelder weiterhin im Fokus der sächsischen Polizei. Beispielhaft sei an dieser Stelle auf den Diebstahl von Kfz sowie die Betäubungsmittelkriminalität hingewiesen. Mit der Einrichtung der Sonderkommission Kfz im Landeskriminalamt Sachsen im Jahr 2013 sowie des erst vor kurzem vorgestellten und unter Federführung des Sächsischen Staatsministeriums des Innern erarbeiteten 10-Punkte-Plans der Sächsischen Staatsregierung zur Prävention und Bekämpfung des Crystal-Konsums in Sachsen wurde zeitnah auf aktuelle Lageentwicklungen in diesen „klassischen“ Deliktsbereichen reagiert.

Wie stehen Sie zu dem Vorschlag, auch aus volkswirtschaftlichem Interesse einen gesetzlichen „Beauftragten für Unternehmenssicherheit“ (auf Bundes- wie Landesebene) zu benennen?

Die Unternehmenssicherheit stellt eine fundamentale Voraussetzung für den Erfolg eines Unternehmens dar. Betriebliche Sicherheit, Sicherheitsstandards, Risikomanagement und Governance sind hierbei wesentliche Aspekte, die neben der Mitarbeiterqualifizierung erheblichen Einfluss auf den status quo der tatsächlichen Sicherheit eines Unternehmens haben.

Auch wenn die Sicherheitsbehörden hierbei in erheblichem Umfang mitwirken, ist und bleibt die Gewährleistung der Unternehmenssicherheit bzw. der hierfür notwendigen Voraussetzungen in erster Linie Aufgabe des Unternehmens. Gesellschaftliche Verantwortung und auch gerade die von Ihnen angesprochenen volkswirtschaftlichen Aspekte gehen hier Hand in Hand mit den Interessen von Unternehmen.

Aus diesem Grund bin ich der festen Überzeugung, dass ni'cht ein per Gesetz Beauftragter, sondern eine kontinuierliche und vertrauensvolle gemeinsame Zusammenarbeit, die gezielt, individuell und geplant sein muss, der bessere Lösungsansatz ist.

Sehen Sie Möglichkeiten, die Sicherheits-Partnerschaft der staatlichen Sicherheitsinstitutionen mit den Sicherheitsverbänden sowie mit Branchen- und Wirtschaftsvereinigungen noch enger zu gestalten?

Die sächsische Polizei arbeitet seit vielen Jahren im engen Schulterschluss mit den Sicherheitsverbänden und -vereinigungen als Partner.

So haben die sächsische Polizei und der Bundesverband der Sicherheitswirtschaft (BDSW) bereits am 4. Januar 2006 eine Grundsatzerklärung mit dem Ziel, private Sicherheitsunternehmen als einen weiteren Baustein der Gesamtarchitektur „Innere Sicherheit“ zu integrieren, abgeschlossen.

Zusätzlich dazu wurde im Rahmen des gesamtgesellschaftlichen Ansatzes hinsichtlich der Unternehmenssicherheit vom Landeskriminalamt Sachsen, der Polizeidirektion Chemnitz, dem Sächsischen Verband für Sicherheit in der Wirtschaft (SVSW) e. V. und dem Wirtschaftsjournal Chemnitz das Projekt „Sicheres Unternehmen“ initiiert. Ziel dieses Projektes ist die Sensibilisierung kleiner und mittelständiger Unternehmen für das Thema „Wirtschaftskriminalität“ mittels eines kostenlosen ganzheitlichen Beratungsangebotes zur äußeren und inneren Unternehmenssicherheit.

Diese Zusammenarbeitsformen können lageangepasst, z. B. auch im Bereich der Bekämpfung von Cybercrime, jederzeit weiterentwickelt werden.

Unterstützen Sie den Vorstoß, das Marktsegment der Sicherheits-Dienstleistung – wie in den meisten EU-Ländern – in den Zuständigkeitsbereich der Innenminister zu überführen?

Die privaten Sicherheitsdienste unterliegen seit 1927 der Zuständigkeit der Gewerbeordnung und damit den Wirtschaftsressorts-bzw. -benorden. Nicht nur dieser Fakt der in Deutschland historisch gewachsenen Anbindung an den Wirtschaftsbereich, sondern auch die prozessbetrachtende Bewertung im Hinblick auf die funktionsbezogene Aufgabenwahrnehmung sprechen gegen eine Überführung der Zuständigkeit in das Innenressort.

Betrachtet man die Entwicklung des Marktes für private „Sicherheits-Dienstleistungen“ und die Breite des Segmentes von tatsächlichen Sicherheitsaufgaben über Facility-Management bis hin zu Engineering Services oder Steuerberatung, erscheint mir die bestehende Verortung im Wirtschaftsressort auch weiterhin als folgerichtig.

Es steht für mich aber außer Frage, dass die Innenressort auch in Zukunft bei den sie betreffenden Aspekten und Themen wesentlichen Einfluss auf die Entscheidungsfindung nehmen werden.

Holger Stahlknecht, Innenminister des Landes Sachsen-Anhalt

Fragen von SECURITY insight

InnenministerStahlknechtIn jüngster Zeit stehen digitale Angriffe auf die staatliche wie betriebliche Sicherheit im Fokus der Öffentlichkeit. Sehen Sie die Gefahr, dass dadurch „klassische“ Kriminalitätsformen (etwa Diebstahl, Betrug, Wirtschaftsspionage auf analogem Weg) an Aufmerksamkeit einbüßen – mit der Gefahr, unterschätzt zu werden?

Die Erfahrungen der Verfassungsschutzbehörde zeigen, dass elektronische Angriffe auch gegen sachsen-anhaltische Unternehmen geführt werden. Es gilt, die Aufmerksamkeit gerade kleiner, hochinnovativer Unternehmen auch für diesen Angriffsweg auf das Firmen-Know-how zu schärfen. Mit den herkömmlichen Delikten der klassischen Wirtschaftskriminalität können die Unternehmen umgehen. Die Gefahr, dass diese Kriminalitätsformen an Aufmerksamkeit verlieren, mag für die Wahrnehmung in der Öffentlichkeit gelten, bei den Unternehmen wird das nicht der Fall sein.

Wie stehen Sie zu dem Vorschlag, auch aus volkswirtschaftlichem Interesse einen gesetzlichen „Beauftragten für Unternehmenssicherheit“ (auf Bundes- wie Landesebene) zu benennen?

Seit November letzten Jahres tagt regelmäßig eine Arbeitsgruppe, die aus Vertretern großer Wirtschaftsverbände wie BDI und DIHK und Beamten aus dem Geschäftsbereich des Bundesministeriums des Innern besteht. Sie verfolgt das Ziel, im nächsten Jahr eine abgestimmte, bündige Strategie für den Wirtschaftsschutz in der Bundesrepublik Deutschland vorzustellen. Deren Ergebnisse sollten zunächst abgewartet und dann diskutiert werden.

Sehen Sie Möglichkeiten, die Sicherheits-Partnerschaft der staatlichen Sicherheitsinstitutionen mit den Sicherheitsverbänden sowie mit Branchen- und Wirtschaftsvereinigungen noch enger zu gestalten?

Die bisherige Kooperation könnte in Form von flächendeckenden Kooperationsvereinbarungen bzw. Sicherheitspartnerschaften vertieft werden. Die im nächsten Jahr zu erwartende Wirtschaftsschutzstrategie des Bundes könnte einen Rahmen vorgeben.

Hinsichtlich der Zusammenarbeit zwischen Polizei und Bewachungsgewerbe muss sich jede Kooperation daran orientieren, dass die Wahrnehmung hoheitlicher Aufgaben allein dem Staat obliegt und das Gewaltmonopol nicht zur Disposition steht. Im Übrigen sind der Kooperation durch die datenschutzrechtlichen Regelungen enge Grenzen gesetzt.

Unterstützen Sie den Vorstoß, das Marktsegment der Sicherheits-Dienstleistung – wie in den meisten EU-Ländern – in den Zuständigkeitsbereich der Innenminister zu überführen?

Die Kooperation zwischen den Ministerien in Bezug auf die Wirtschaft funktioniert in Deutschland gut. Handlungsbedarf wird aus hiesiger Sicht nicht gesehen.

Im Übrigen ist die Zuständigkeit für das Bewachungsgewerbe in Sachsen-Anhalt gemäß dem Beschluss der Landesregierung über den Aufbau und die Abgrenzung der Geschäftsbereiche dem Innenressort zugewiesen.

Andreas Breitner, Innenminister des Landes Schleswig Holstein

Fragen von SECURITY insight

InnenministerBreitnerIn jüngster Zeit stehen digitale Angriffe auf die staatliche wie betriebliche Sicherheit im Fokus der Öffentlichkeit. Sehen Sie die Gefahr, dass dadurch „klassische“ Kriminalitätsformen (etwa Diebstahl, Betrug, Wirtschaftsspionage auf analogem Weg) an Aufmerksamkeit einbüßen – mit der Gefahr, unterschätzt zu werden?

In der Vergangenheit hat es immer wieder neue Ausprägungen von Kriminalität gegeben, die mit Herausforderungen für die Sicherheitsbehörden verbunden waren. Kriminelles Verhalten ist in allen Bereichen zu bekämpfen. Ich sehe nicht, dass durch die gewachsene Bedeutung digitaler Angriffe klassische Kriminalitätsformen unterschätzt werden.

Die neue Lage einer globalisierten Weltwirtschaft verlangt aber eine Neuausrichtung der Sicherheitsbehörden hinsichtlich einer ganzheitlichen Gefahrenprävention und -abwehr. Angreifer versuchen jedwede Schwachstelle auszunutzen und bedienen sich dabei verschiedenster Angriffsstrategien, um an schützenswertes Knowhow von Wirtschaftsunternehmen zu gelangen.

Ein hoher Anteil der Straftäter, der sich zur Tatausführung des Internets bedient, ist darauf aus, auf möglichst unmittelbarem  Wege Bargeld zu erlangen. Das gelingt oftmals durch das sog. Phishing, wobei es Ziel der Täter ist, in den Besitz von PIN- und TAN-Nummern sowie anderer Zugangsberechtigungen der Betroffenen zu kommen, um damit illegale Geldtransaktionen in ihren Verfügungsbereich zu steuern.

Beim Betrug sind es zumeist per Internet vorgenommene Täuschungshandlungen, die das spätere Opfer zu Geldtransaktionen an die Täter veranlassen. Diese Tatvarianten werden langfristig fortbestehen und zu dem von Täterseite immer weiter verfeinert werden.

Insofern mag es auf lange Sicht tatsächlich zu einer Verlagerung von Kriminalität aus der analogen Welt in die digitale oder auch virtuelle Welt kommen.

Daneben wird Kriminalität natürlich auch in der analogen Welt fortbestehen, um beispielweise weiterhin begehrte Tatobjekte physisch zu erlangen. Typisch hierfür ist der Diebstahl hochwertiger Kraftfahrzeuge, die nach wie vor einen unverändert hohen Reiz auf international agierende Diebesbanden ausüben.

Auch Betrugshandlungen wird es weiterhin aus der unmittelbaren persönlichen Interaktion heraus geben, so wie es auch im Bereich der Wirtschaftsspionage Tathandlungen außerhalb von Cybercrime geben wird.

Eine erfolgreiche Strategie ist zum Beispiel das sog. „Social Engineering“. Dieser harmlos klingende Begriff bezeichnet perfide Fragetechniken, mit deren Hilfe Informationen ausgespäht werden sollen. Der Fragesteller hat vorher das persönliche Umfeld des Opfers ausgespäht. Mit Hilfe dieser Informationen wird dann versucht, an geheime Informationen zu gelangen. Dabei handelt es sich um sehr geschicktes Manipulieren ganz normaler menschlicher Schwächen, das von ungeschulten „Opfern“ meist nicht bemerkt wird.

Für die Sicherheits- und Ermittlungsbehörden bedeutet das, sich in der Bekämpfung von Cybercrime entsprechend zu positionieren und zu  professionalisieren, ohne die Bekämpfung analoger hergebrachter Kriminalitätsformen zu vernachlässigen, mithin eine große Herausforderung im Hinblick auf den Ressourceneinsatz bei den Behörden.

Wie stehen Sie zu dem Vorschlag, auch aus volkswirtschaftlichem Interesse einen gesetzlichen „Beauftragten für Unternehmenssicherheit“ (auf Bundes- wie Landesebene) zu benennen?

Die Schäden, die durch Wirtschaftsspionage in Deutschland entstehen, können nicht exakt beziffert werden. Der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Hans-Georg Maaßen, hat kürzlich eine Schadensschätzung von 50 Milliarden Euro als glaubhaft bezeichnet. Der Verband Deutscher Ingenieure (VDI) beziffert den volkswirtschaftlichen Schaden auf bis zu 100 Milliarden Euro pro Jahr.

Dementsprechend wird durch die Industrie der Wunsch laut, einen Bundes- bzw. Landesbeauftragten für Unternehmenssicherheit zu implementieren, um so eine konstruktive Zusammenarbeit zwischen Industrie und Staat in Sachen Wirtschaftsschutz zu gewährleisten.

Ich halte Ansprechpartner für sinnvoll. Angesichts der immer größer werdenden Gefahren im Bereich der Wirtschaftsspionage müssen diese Bedrohungen, durch ein gemeinsames und partnerschaftliches Zusammenwirken von Industrie, Staat und Politik aufgefangen werden.

Nach meiner Einschätzung haben die Themen Wirtschaftsschutz und Wirtschaftsspionage für das Bundesinnenministerium inzwischen eine zentrale Bedeutung. Damit ist ein wichtiger Schritt getan, um die Bundesrepublik vor weltweiten, auch elektronischen Angriffen zu schützen.

Die in diesem Zusammenhang einhergehenden Themen Prävention und Sensibilisierung werden bereits heute durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Sicherheitsbehörden wahrgenommen. Eine Intensivierung halte ich für vorstellbar.

Sehen Sie Möglichkeiten, die Sicherheits-Partnerschaft der staatlichen Sicherheitsinstitutionen mit den Sicherheitsverbänden sowie mit Branchen- und Wirtschaftsvereinigungen noch enger zu gestalten?

Das Ziel einer Sicherheitspartnerschaft ist es, deutsche Unternehmen besser gegen Wirtschaftsspionage und -kriminalität zu schützen. Die Auswirkungen von Wirtschaftsspionage zeigen sich zeitlich verzögert, beinhalten aber im Endeffekt immer einen Verlust der Technologieführerschaft, Wettbewerbsverzerrungen und einen finanziellen Schaden bis hin zum Verlust von Arbeitsplätzen.

Großkonzerne sind sich des Risikos von Industriespionage in der Regel sehr wohl bewusst und wappnen sich entsprechend. Durch eine enger ausgestaltete Sicherheitspartnerschaft könnte sich dieses Bewusstsein auch bei kleineren und mittelständischen Unternehmen durchsetzen, die bislang dem Thema „Wirtschaftsschutz“ deutlich weniger Ressourcen widmen als die „Großen“ und somit stärker gefährdet sind.

Im August 2013 unterzeichneten das Bundesinnenministerium, der BDI und die DIHK eine gemeinsame Erklärung für eine nationale Wirtschaftsschutzstrategie. Dies war ein erster Schritt, die Sicherheitspartnerschaft der staatlichen Sicherheitsinstitutionen mit den Sicherheitsverbänden sowie mit Branchen- und Wirtschaftsvereinigungen noch zu intensivieren.

Diese gemeinsame Erklärung sehe ich als Beginn für eine umfassendere und konstruktive partnerschaftliche Kooperation zum Schutz der deutschen Wirtschaft. Neben Prävention und Information kommt den Sensibilisierungsmaßnahmen eine enorme Bedeutung zu.

Unterstützen Sie den Vorstoß, das Marktsegment der Sicherheits-Dienstleistung – wie in den meisten EU-Ländern – in den Zuständigkeitsbereich der Innenminister zu überführen?

Tatsächlich unterliegt die Zuständigkeit für die privaten Sicherheitsdienste mit Ausnahme von Österreich und Deutschland in allen anderen 25 EU-Staaten den Innen- bzw. Justizministerien. In Deutschland unterfallen die privaten Sicherheitsdienste der Zuständigkeit der Gewerbeordnung und somit den Wirtschaftsministerien.

Im Interesse einer einheitlichen Zuständigkeit gab es in der Vergangenheit zahlreiche Vorstöße seitens der Verbände, die Bundesregierung zu einem Umdenken zu bewegen, die rechtlichen Rahmenbedingungen für das private Sicherheitsgewerbe auf eine neue gesetzliche Basis zu stellen.

Um zukünftigen Herausforderungen zu begegnen, ist es ein interessanter Gedanke, das Marktsegment der Sicherheitsdienstleistungen in die Zuständigkeit der Innenminister zu überführen. Es handelt sich hierbei jedoch um eine laufende Diskussion, in der noch keine abschließenden Entscheidungen gefallen sind.

Eine noch engere Zusammenarbeit der privaten Sicherheitsdienstleister mit den deutschen Sicherheitsbehörden ist aber in jedem Fall erstrebenswert.

Innenministerium Thüringen

Fragen von SECURITY insight

In jüngster Zeit stehen digitale Angriffe auf die staatliche wie betriebliche Sicherheit im Fokus der Öffentlichkeit. Sehen Sie die Gefahr, dass dadurch „klassische“ Kriminalitätsformen (etwa Diebstahl, Betrug, Wirtschaftsspionage auf analogem Weg) an Aufmerksamkeit einbüßen – mit der Gefahr, unterschätzt zu werden?

Wie stehen Sie zu dem Vorschlag, auch aus volkswirtschaftlichem Interesse einen gesetzlichen „Beauftragten für Unternehmenssicherheit“ (auf Bundes- wie Landesebene) zu benennen?

Sehen Sie Möglichkeiten, die Sicherheits-Partnerschaft der staatlichen Sicherheitsinstitutionen mit den Sicherheitsverbänden sowie mit Branchen- und Wirtschaftsvereinigungen noch enger zu gestalten?

Unterstützen Sie den Vorstoß, das Marktsegment der Sicherheits-Dienstleistung – wie in den meisten EU-Ländern – in den Zuständigkeitsbereich der Innenminister zu überführen?

InnenministerThuringenAntworten aus dem
Innenministerium des Landes Thüringen

Die Betrachtung der aktuellen polizeilichen Kriminalstatistik zeigt, dass der Bekämpfung „klassischer“ Kriminalitätsformen selbstverständlich weiterhin hohe Bedeutung beigemessen werden muss. So macht zum Beispiel die Diebstahlskriminalität fast ein Drittel der registrierten Gesamtkriminalität aus. Dieser Anteil bleibt seit Jahren tendenziell gleich. Zu diesem Deliktfeld gehören insbesondere auch Kriminalitätsphänomene wie der Wohnungseinbruchdiebstahl oder der Diebstahl von und rund um das Kraftfahrzeug, welche einerseits in der Öffentlichkeit und explizit beim Burger das Sicherheitsempfinden vehement beeinflussen. Andererseits stellt diese Kriminalität auch die Sicherheitswirtschaft vor besondere Herausforderungen – sei es in Bezug auf die Entwicklung und den Einsatz neuer und besserer Sicherungstechnologien, aber auch in Hinsicht auf den Objektschutz und die Bewachung beispielsweise von Autohäusern und Werkstätten.

Es ist zu konstatieren, dass durch die Thüringer Polizei wie auch die Polizeibehörden der anderen Bundesländer und des Bundes tatsächlich ein Fokus auf Cybercrime als Phänomen mit hohen Wachstumsraten und einer besonderen Dynamik gelegt wird, daneben aber auch weiterhin die „klassischen“ Erscheinungsformen Beachtung finden müssen und finden.

Viele Wirtschaftsunternehmen berücksichtigen die mit der digitalen Entwicklung einhergehenden Gefahren und stellen ihre Sicherheitsstrategien hierauf ein. Es gibt aber auch Unternehmen, insbesondere kleine und mittlere, die diese Gefahren unterschätzen oder aber aus finanziellen Gründen auf Schutz- bzw. Abwehrmaßnahmen gegen Cyber-Angriffe verzichten. Hierauf gilt es weiterhin die Aufmerksamkeit zu richten, ohne den Blick auf die „herkömmliche“ Kriminalität zu verlieren.

 

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