24.04.2018 Allgemeines, Prävention, Recht & Richtlinien, Versicherung & Haftung

Die bis zum Oktober 2017 letzte Fassung der DIN 77200 wurde im Mai 2008 herausgegeben. Nachdem nun in diesem Jahr eine Änderung der Bewachungsverordnung (BewachV) vorgenommen wurde, in welcher leider die vollkommen unzureichenden Mindestversicherungssummen gemäß § 6 nicht angepasst wurden, bestand die Hoffnung, dass die neue DIN 77200-1 die Vorgaben zum Versicherungsschutz auf ein zeitgemäßes Niveau anhebt. Vorlage hätte dafür der im März 2016 vom BDSW verabschiedete Mindeststandard sein können. Diese Chance wurde leider vertan. Weder ist es nachvollziehbar, weshalb nun neben den Mindestversicherungssummen gemäß § 6 BewachV und dem Mindeststandard des BDSW noch ein dritter, von beiden abweichender Standard in den Markt gebracht wird. Wesentliche Mängel der vorigen DIN werden nicht beseitigt, sondern fortgeschrieben. Auch erschließt sich das Vorgehen nicht, wenn man sich die einzelnen Positionen ansieht, die von dem Mindeststandard des BDSW abweichen, denn diese stellen weder Verbesserungen, noch Weiterentwicklungen dar. Vielmehr sind sie im Einzelfall nicht anwendbar oder unvollständig und der Zweck der Regelungen, nämlich Auftraggebern wie Sicherheitsdienstleistern eine gleichermaßen belastbare Basis für den sinnvollen Versicherungsschutz vorzugeben wird in wesentlichen Punkten nicht erreicht.

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