Von Extrembergsteiger und Paralympics-Teilnehmer lernen

14.12.2018

Fachsymposium „Security in Motion“ in Hamburg

Bildquelle:Fachwerkstatt Sicherheit

„Security in Motion“ - allein der Titel hatte bereits großes Interesse geweckt. Mehr noch aber machte die Zusammenstellung der sehr unterschiedlichen Themen neugierig. Ebenso kurzweilig wie fachlich kompetent präsentiert von Referenten wie dem italienischen Extrembergsteiger Reinhold Messner. Im Mittelpunkt: die Vielschichtigkeit und Wandelbarkeit von Risiken und Sicherheitsbedürfnissen.

 Um sich dieser Dynamik zu stellen und eine geeignete, angepasste Neuausrichtung in der Sicherheit zu entwickeln, muss der Security Fachmann „beweglich sein“ und die sich ständig ändernden Risiken von verschiedenen Seiten betrachten. Da ist es hilfreich, sich auch mit den diversen Risikobewertungen, zum Beispiel denen eines Reinhold Messner, auseinanderzusetzen. Messner hat sich, wie er selber sagt, in Regionen bewegt, die nicht für den Menschen geschaffen sind. Die Akribie, mit der Eventualitäten und Risiken einer Expedition in die Berge oder zum Südpol analysiert und trainiert werden müssen, ist übertragbar auf alltägliche Prozesse.

 Auch die Sichtweise des Politologen Dr. Alexander Straßner von der Universität Regensburg, eröffnete einen besonderen Blick auf das sich wandelnde Miteinander. Dr. Straßner schaut – wie er sagt – „in die menschlichen Abgründe.“ Er analysiert das dabei sichtbar werdende Sozialverhalten des Einzelnen und der Gesellschaft sachlich, um darauf basierend Bedrohungen, Risiken und Sicherheitsbedürfnisse, aber auch die oft manipulative Wirkung der vielschichtigen Medien ins rechte Licht zu stellen.

 Dr. Stefanie Frey und Michael Bartsch von der Deutor Cyber Security Solution GmbH veranschaulichten die revolutionären Entwicklungen und ihre Auswirkungen auf die Sicherheit der Nutzer durch die fortschreitende Digitalisierung, den Transfer aus der realen in die imaginable Welt des Cyber.

Dabei kommt dem Einsatz von „Künstlicher Intelligenz“ eine nicht zu unterschätzende Rolle zu. So kann das von Jan Frenzel und Matteo Grella vorgestellte Tool der Firma Exop GmbH bereits selbstständig Informationen aus dem Internet auf Security-Incidents durchsuchen und zeitnah die in verschiedenen Berichten über ein und dasselbe Ereignis zusammenführen und in einem Satz darstellen. Die automatisierte Übersetzung und Weiterleitung von Informationen an eine entsprechende App für Reisende ist schon heute ein interessantes Hilfsmittel für Unternehmen mit hohem Reisebedarf.

Einen völlig anderen Blickwinkel hatte Dr. Josef Erlacher. Der Geschäftsführer der IFK Consulting und als extrem Sehbehinderter mehrfacher Teilnehmer bei Paralympics im Ski-Abfahrtslauf erläuterte seine „Sicht“ auf den Umgang mit Risiken. Mit seinem Fünf-Finger-Modell vermittelte er eine einfache und immer parate Matrix der Grundvoraussetzungen für den Erfolg eines Projektes. Unter den Stichworten „Begeisterung, Zielsetzung, Mut, Beziehungen und richtiges Werkzeug“ erläuterte er eine allgemeingültige Vorgehensweise.

Abschließend diskutierten Dr. Rechenbach (ehem. Leiter Katastrophenschutz Hamburg) Matthias Brose (Security Head Schaeffler Group) und Ralf Martin Meyer, Polizeipräsident Hamburg die Herausforderungen der Zukunft für die Sicherheitsbranche.

Fazit von Felix Timtschenko, Gründer von Security in Motion: „Es war eine sehr gelungene Veranstaltung, wir haben tolles Feedback von Teilnehmern und Referenten erhalten und nächstes Jahr werden wir uns weiterentwickeln und starten durch.“

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