Securitas mit Theorie und Praxis

27.03.2018

Diesjährige Sicherheitstage in Leipzig und Bitterfeld

v.l.n.r.:  Manfred Buhl, Alf Göransson, Rudi Cerne, Prof. Dr. Peter Martini, Thomas Striethörster und Albrecht Broemme  

Anschließend wurden die „Herausforderungen in Gefahrenabwehr und Krisenbewältigung“ von den Rednern aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet. Letztmalig mit dabei war Alf Göransson, der bis in die erste Märzwoche den weltweit agierenden Securitas-Konzern mit Sitz in Stockholm leitete und inzwischen den CEO-Stab an Magnus Ahlqvist übergeben hat. Göransson erläuterte die Vision des Konzerns: Sicherheitssysteme, die Straftaten und Schäden schon vor Entstehen verhindern können.

Jörg Ziercke, Ex-Präsident des Bundeskriminalamtes, beschwor die Gefahr einer weiteren Eskalation des Terrors und plädierte vehement für eine strategische Partnerschaft von Polizei und privater Sicherheit. Hier sei eine neue Qualität entstanden, die es bisher so nicht gegeben habe.

Thomas Striethörster, Präsident der Bundespolizeidirektion Berlin, bilanzierte das Pilotprojekt „Sicherheitsbahnhof Berlin Südkreuz“. Dort werden verschiedene Systeme der Gesichtserkennung getestet sowie die Gefahrenabwehr durch Auswertung verschiedener Szenarien erprobt. Die Technik erweise sich als ausgesprochen leistungsstark, sagte Striethörster.

Albrecht Broemme, Präsident der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW), referierte über seine Erfahrungen bei In- und Auslandseinsätzen des THW, dabei hob er die Bedeutung einer guten Ausrüstung und vor allem qualifizierter Ausbildung der Hilfskräfte hervor.

Prof. Peter Martini, Leiter des Fraunhofer Instituts FKIE, berichtet über die Arbeit an intelligenten Assistenzsystemen für die Sicherheitsbranche. Sein Fazit: Wir erzielen heute in der Videoanalyse fantastische Ergebnisse, die mit klassischen Methoden der IT bisher nicht möglich waren.

Manfred Buhl lud in seinen Schlussworten zum zweiten Teil des Sicherheitstages am folgenden Tag nach Bitterfeld ein, wo Securitas die Werkfeuerwehr des Chemieparks stellt. Feuerbekämpfung und Brandschutz sollten ein Schwerpunkt sein. Damit wurde deutlich, dass die klassische Trennung von Safety und Security nicht mehr zeitgemäß ist.

Jens Müller, COO Securitas Deutschland, berichtete über die Zusammenarbeit mit der Daimler AG. Ein Großteil der derzeit in Bitterfeld ausgebildeten Feuerwehrleute wird – nach bestandener staatlicher Prüfung – am Standort Immendingen des Automobilkonzerns eingesetzt werden. Entsprechend eindrucksvoll und professionell zeigten die angehenden Werkfeuerwehrleute in den Übungen auf dem Außengelände des Sicherheitstags ihr Können. Gustav Hoge, Leiter Sicherheit Deutschland Daimler AG, stellte das beeindruckende neue Daimler AG Prüf- und Technologiezentrum in Immendingen vor, dessen Fertigstellung noch dieses Jahr vorgesehen ist und zum neuen Standort für die Securitas Werkfeuerwehr wird.

Der zweite Teil des Securitas Sicherheitstags hat rund 250 Besucher nach Bitterfeld gelockt. Dort konnten Sicherheitsexperten, Kunden aus Wirtschaft, Industrie und Handel sowie Vertreter von Politik, Kommunen und wissenschaftlichen Einrichtungen neueste Innovationen für die Branche in Augenschein nehmen und drei reale Übungen der Securitas Werkfeuerwehr im Chemiepark Bitterfeld begutachten.

Darüber hinaus informierten sich die Gäste in der Begleitausstellung über moderne Sicherheitslösungen. Dazu zählte die Securitas Feuerwehrdrohne. Der jüngste Ausbildungsjahrgang der Werkfeuerwehr in Bitterfeld demonstrierte in einer Übung die Löschung eines brennenden Fahrzeugs und die Personenrettung aus einem kollidierten Fahrzeug: schweres Gerät kam auf dem Freigelände zum Einsatz. Securitas bildet seit Frühjahr 2017 in Kooperation mit den Berufsfeuerwehren in Halle und Göttingen Feuerwehrleute aus.

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