50jähriges ASW-BW-Verbandsjubiläum

12.08.2019

Der älteste und größte ASW-Landesverband feierte ein halbes Jahrhundert Verbandsgeschichte. Seine Mitglieder, Repräsentanten der Sicherheitsbehör-den, der Verbände und der Politik gaben sich am 21.03.19 ein Stelldichein im Kongresszentrum auf der Landesmesse Stuttgart. 

Umrahmt von der Verleihung des „Sicherheitspreises Baden-Württemberg“ und der 51. Ordentlichen ASW-BW-Mitgliederversammlung, eingebettet in die 20. „eltefa“-Messe mit dem Themenpark „Sicherheit“ und eigenem Messestand wurde auf fünf Jahrzehnte lebhafte Verbandsgeschichte zurückgeblickt und auf die immer größere Bedeutung der öffentlichen und privaten Sicherheit vorausgeschaut.  

 


             


Bildquelle: ASW BW

Verbandspräsident Geyer eröffnete die Jubiläumsfeier und ging auf den Gründungsgedanken und die Chronik des Verbandes ein. Vor dem Hintergrund des RAF-Terrors um den schrecklichen Mord an dem damaligen Daimler-Benz-Vorstand und Arbeitgeberpräsidenten Dr. Hanns Martin Schleyer gründeten im Oktober 1968 ganze 12   Firmen und die IHK Stuttgart die „Landesstelle für Betriebsschutz“ als bundesweit ersten Verband zum Thema Sicherheit in der Wirtschaft. Unserem Beispiel folgend gründeten sich in den folgenden Jahren in anderen Bundesländern – Bayern z. B. 1976 – unsere Schwesterverbände, so Geyer. 1987 erfolgte die Umbenennung  in „Verband für Sicherheit in der Wirtschaft Baden-Württemberg“ und 1993 gründeten die Landesverbände unter Mitwirkung des DIHK die „Arbeitsgemeinschaft für Sicherheit der Wirtschaft (ASW)“ als zentrale Interessenvertretung. 2015 löste die „Allianz für Sicherheit in der Wirtschaft (ASW Bundesverband)“ die „ARGE…“ ab . 2016 erfolgte unsere Umbenennung in ASW-BW. 

                                                             

In seinem Rückblick wies Präsident Geyer auf die enormen Veränderungen in der Sicherheitslandschaft hin und dankte gleichzeitig seinen Vorgängern im Ehrenamt für ihren ebenso hohen wie vorausschauenden und innovativen Einsatz. Die Sicherheit ist in den letzten Jahren sehr viel komplexer geworden; es genügt heute nicht mehr, nur die physische Gebäudesicherheit, Bewachung und evtl. Personenschutz zu haben. Know-how-, Informations- und Datenschutz haben mit der extrem schnell wachsenden Digitalisierung und Vernetzung in den letzten Jahren einen exorbitant hohen Stellenwert bekommen. Globale Produktion  und Handel rückten die Themen Reisesicherheit, Spionage, Terrorismus und Cybersicherheit ebenfalls in den Fokus der Unternehmenssicherheit, so dass das Ziel nur „Integrierte Sicherheit" sein kann.

Nur wenn Technik, Organisation und Personal aufeinander abgestimmt sind, führt dieser Prozess zu einer ganzheitlichen Lösung die  Synergien nutzt, Ressourcen schont und bündelt und somit effektiv und kostengünstig ist.


Die Unternehmenssicherheit ist zu einem prozessintegrierten Business-Enabler geworden. Für unsere stark exportorientierte Wirtschaft ist es nicht die Frage, ob die Wirtschaft im Ausland ihr Geschäft betreibt, die Frage ist, wie wir als Sicherheitsorganisation sicherstellen, dass es betrieben werden kann.

Auch die sich nicht linear sondern exponentiell entwickelnde Künstliche Intelligenz (KI) wird die Unternehmenssicherheit noch vor große, bis dato ungeahnte Herausforderungen stellen. 2018 kooperierten und kommunizierten rd. 1,3 Mio. Industrieroboter; 2021 werden es mind. 2,1 Mio. sein, die eine starke Cyber-Security unerlässlich machen. Erfreulicherweise hat die Wirtschaft in der neu gegründeten Cyberwehr in Karlsruhe, im ZAC bei unserem LKA, im Sicherheitsforum Baden-Württemberg und im vor wenigen Tagen in Stuttgart eröffneten BSI-Verbindungsbüro für Baden-Württemberg und Bayern starke öffentlich-rechtliche Sicherheitspartner – an dieser Stelle ging sein besonderer Dank an die anwesenden Vertreter unserer Sicherheitsbehörden für die jahrzehntelange ausgesprochen enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit in allen Sicherheitsfragen.


Es ist und bleibt  unser (Satzungs-)Auftrag, Vorstände/Geschäftsführer und die gesamte Öffentlichkeit davon zu überzeugen, dass Sicherheit nicht nur ein Kostenfaktor, sondern ein für jedes Unternehmen – und auch öff.-rechtl. Körperschaften und Anstalten – überlebens-wichtiger Prozess ist.


Den anschließenden Festvortrag hielt der Abt.-Präs. des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), Herr Dr. Günther Welsch, zu dem spannenden Thema „Die aktuelle Cyber-Bedrohungslage – Herausforderungen und Lösungen für die deutsche Wirtschaft“.


Nach einem kurzen Überblick über den momentanen Stand der Digitalisierung in den Bereichen Cloud Computing, Blockchain, KI und 5G-Standard berichtete er über die viel-fältigen Anwendungsbereiche wie Industrie 4.0, Smart City, Smart Car, Smart Meter u.a.m. Dieser positiven Seite der Digitalisierung mit ihren großen Chancen für Wirtschaft
und Gesellschaft stellte er dann die Kehrseite der Medaille mit ihren sichtbaren und unsichtbaren Bedrohungen gegenüber. Neben der permanenten Vergrößerung der Angriffsfläche durch die zunehmende Digitalisierung kommen lt. BSI täglich rd. 400.000 neue Schadprogramm- und Ransomware-Varianten in immer kürzeren Abständen hinzu, die die Erkennung und Bekämpfung durch (klassische) Anti-Viren-Programme immer schwieriger machen. Die von ihm dargestellten IT-Sicherheitsvorfälle durch Software-Schwachstellen und Sicherheitslücken in Prozessoren führten allen Zuhörern deutlich vor Augen, wie bedrohlich die Cyber-Sicherheitslage ist und wie sie sich weiter entwickeln wird. Vor diesem Hintergrund erschienen die Beratungs- und Betreuungsangebote des BSI als nationale Cyber-Sicherheitsbehörde als eine unabdingbare Voraussetzung für die erfolgreiche Digitalisierung von Staat, Wirtschaft und Gesellschaft.

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