Abschreibung optimal gestalten

12.12.2017

Die Grenze für Geringwertige Wirtschaftsgüter (GWG) wird auf 800 Euro erhöht

Der Schwellenwert für GWG wird für ab dem 1. Januar 2018 angeschaffte bzw. hergestellte Wirtschaftsgüter von derzeit 410 Euro auf 800 Euro angehoben. Die Ausgaben können damit sofort und in voller Höhe als Betriebsausgaben abgesetzt werden. Voraussetzung ist, dass es sich um ein abnutzbares bewegliches Wirtschaftsgut handelt, dass selbständig nutzungsfähig ist.  Bedingung ist lediglich, dass diese GWG in einem Anlagenverzeichnis geführt werden.

Bei Anschaffungskosten bis 150 Euro (ab 01. Januar 2018: bis 250 Euro) sind im Gegensatz zu den GWG keine gesonderten Aufzeichnungen in einem Anlageverzeichnis erforderlich. Damit ist bei diesen Wirtschaftsgütern die unbürokratische Sofortabschreibung ohne weitere Aufzeichnungen möglich.

Sammelpostenabschreibung weiterhin möglich

Die sogenannte Sammelpostenabschreibung ist weiterhin möglich. Sie stellt eine weitere Möglichkeit dar, um Wirtschaftsgüter von geringem Wert steuerlich geltend zu machen. Hierbei werden Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten von mehr als 150 Euro (250 Euro ab 2018) und bis zu 1.000 Euro in einem Sammelposten eingestellt und pauschal über 5 Jahre mit je 20% der Anschaffungskosten abgesetzt. Wird das Wirtschaftsgut innerhalb dieser 5 Jahre veräußert oder verschrottet, hat dies keine Auswirkungen auf die Abschreibungen des Sammelpostens.

Interessant ist die Ausübung des Wahlrechts als Sammelposten insbesondere bei Wirtschaftsgütern, die einer langen Nutzungsdauer unterliegen. Neue Büromöbel zum Beispiel sind laut den AfA-Tabellen des Bundesfinanzministeriums auf 13 Jahre abzuschreiben. Erwirbt also der Unternehmer einen neuen Schreibtisch für 650,00 Euro, beträgt die jährliche Abschreibung, also die für ihn steuerlich gewinnmindernden Kosten, 650 Euro geteilt durch 13 Jahre = 50,00 Euro jährlich. Ein unbefriedigendes Ergebnis.

Stellt der Unternehmer aber den Schreibtisch in den Sammelposten ein, erhält er für 5 Jahre jährlich Abschreibungen in Höhe von 650,00 Euro x 20% = 130,00 Euro.

Zu beachten ist, dass Unternehmer jährlich wählen können, ob Sie für Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten zwischen 150 Euro (ab 2018: 250 Euro) und 410 Euro (an 2018: 800 Euro) die Sofortabschreibung oder den Sammelposten anwenden möchten. Allerdings müssen die Unternehmen das Wahlrecht dann auch für alle diese Wirtschaftsgüter, die innerhalb eines Jahres angeschafft werden, ausüben.

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