Die Mutter aller Brandschutznormen ist da

12.12.2017

Die DIN VDE 0833-2:2017-10 ist am 1. Oktober in Kraft getreten und weitere relevante Normentwürfe sind erschienen. Percy Görgens gibt den Überblick.

Die DIN VDE 0833-2:2017-10 ist am 1. Oktober in Kraft getreten. Die Norm mit dem Titel „Gefahrenmeldeanlagen für Brand, Einbruch und Überfall – Teil 2: Festlegungen für Brandmeldeanlagen“ gehört zum täglichen Doing der Branche. Neu ist das Thema Aufnahme von Anforderungen zur Projektierung von optischen Signalgebern nach DIN EN 54-23 und solchen zur Gebäudekennzeichnung. Das betrifft Menschen mit Behinderung oder gesundheitlichen Einschränkungen. Diese Gruppe soll einer besonderen Berücksichtigung unterzogen werden. Im Kern geht es vor allem um das Thema optische Alarmierung.

Aufgrund europäischer Arbeitsergebnisse des CEN/TC 72 wurde die Norm redaktionell überarbeitet, die Begriffe an die Normen der Reihe DIN EN 54 angepasst. Aufgenommen wurden Hinweise für die Planung und Projektierung von Brandmeldern mit CO-Sensoren sowie Anforderungen an Übertragungswege, die Funkverbindungen nach DIN EN 54-25 nutzen. Angepasst wurden die Ausnahmen von der Überwachung an die aktuellen Regelungen der Brandschutzklassen, Meldebereiche und Meldergruppen konkretisiert. Die Anforderungen an die Energieversorgung aus DIN VDE 0833-1 wurden übernommen und die Bedingungen für die Meldung aus Sprinklergruppen festgelegt. Die Verwendung von Übertragungswegen zur Ansteuerung von SAA wurden eingeschränkt. Die Darstellung für die Überwachung in Treppenräumen wurde ergänzt, genauso wie die Anforderungen bei Unterzügen und möglicher Bildung von Wärmepolstern oder zur Überwachung von Lüftungsleitungen mit runden und rechteckigen Querschnitten. Ergänzt wurden auch die Anforderungen an den Funktionserhalt der Brandmeldeanlage im Brandfall auch bei bauordnungsrechtlicher Forderung. Die Darstellung zur Überwachung mit Flammenmeldern wurde verbessert.

Übergangsfrist abgelaufen: DIN EN 50575:2017-02

Für die DIN EN 50575:2017-02, „Starkstromkabel und -leitungen, Steuer- und Kommunikationskabel – Kabel und Leitungen für allgemeine Anwendungen in Bauwerken in Bezug auf die Anforderungen an das Brandverhalten“, ist die Übergangsfrist jetzt abgelaufen und damit ist nur noch diese Norm gültig. Sie ersetzt die DIN EN 50575:2015-04. Diese Europäische Norm legt die Anforderungen an die Leistungsfähigkeit von Kabeln und Leitungen fest, die zur Energieversorgung sowie für Steuer- und Kommunikationszwecke im Bauwesen vorgesehen sind. Das Ganze gilt in Bezug auf das Brandverhalten sowie die entsprechenden Prüf- und Bewertungsverfahren. Die Kabel und Leitungen nach dieser Norm sind in Gebäuden und anderen Bauwerken für die Elektrizitätsversorgung und Kommunikation mit dem Ziel einzusetzen, die Entstehung und Ausbreitung von Feuer und Rauch zu begrenzen.

Neben redaktionellen Überarbeitungen wurden folgende Änderungen vorgenommen: Die Tabelle ZZ.2 wurde überarbeitet und gesetzliche Bestimmungen zu Gefahrstoffen hinzugefügt. Auch das Vorwort wurde überarbeitet im Zusammenhang mit den EU-Verordnungen.

Bauproduktenverordnung: EU stellt Vertragsverletzungsverfahren ein

Die Europäische Kommission hat am 13. Juli das gegen Deutschland laufende Vertragsverletzungsverfahren in Bezug auf Bauprodukte eingestellt, berichtet das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit. Damit erkenne die Kommission an, dass das 2014 zur damals geltenden Bauproduktenrichtlinie (89/106/EWG) ergangene Urteil des Gerichtshofs der Europäischen Union (Rechtssache C-100/13) in Deutschland vollständig umgesetzt wird. Ein entsprechendes Rechtsgutachten zur Bauproduktenverordnung (Verordnung (EU) Nr. 305/2011) habe das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit gemeinsam mit den Ländern zuvor am 21. Juni 2017 in Brüssel öffentlich vorgestellt und diskutiert. Daran intensiv mitgearbeitet im AK TGA hat der ZVEI: Er wolle derzeit prüfen, inwieweit die vorgeschlagenen Ergänzungen auch umgesetzt worden sind.

Seit dem 10. Juni fallen alle Kabel und Leitungen, die dauerhaft in Bauwerken installiert werden, unter die europäische Bauproduktenverordnung. Sie werden ihrem Brandverhalten nach in europäische Brandklassen eingeteilt. Die Koexistenzperiode, die seither galt, ist am 1. Juli 2017 abgelaufen. Was dies im Einzelfall konkret bedeutet, darüber informiert der ZVEI Fachverband Kabel und isolierte Drähte umfassend in einer Reihe von Faktenblättern, zum Beispiel „Faktenblatt EVU-Kabel unter der BauPVO“, auf seiner Internetseite www.zvei.org.

Normenentwurf erschienen: Din 14676 und VDE 0833-3

Als Entwurf ist im Oktober die DIN 14676-1 erschienen: „Rauchwarnmelder für Wohnhäuser, Wohnungen und Räume mit wohnungsähnlicher Nutzung – Teil 1: Einbau, Betrieb und Instandhaltung“. Gegenüber der DIN 14676:2012-09 wurden folgende Änderungen vorgenommen: Die ehemalige DIN 14676:2012-09 ist in zwei Teile unterteilt worden. Der Abschnitt 2, Normative Verweisungen, ist aktualisiert worden, der Abschnitt 6, Inspektion, wurde überarbeitet genauso wie die informativen Anhänge. Gestrichen wurden die Abschnitte hinsichtlich der „Bewertung der Konformität“.

Ebenfalls als Entwurf erschienen ist die DIN VDE 0833-3/A1:2017-10 unter dem Titel „Gefahrenmeldeanlagen für Brand, Einbruch und Überfall - Teil 3: Festlegungen für Einbruch- und Überfallmeldeanlagen“. Generell hat sich nicht so viel verändert, diese Änderung beinhaltet lediglich Änderungen und Ergänzungen zur Vorgängernorm. Zuständig ist das DKE/UK 713.1, „Gefahrenmelde- und Überwachungsanlagen“ der DKE, Deutsche Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik in DIN und VDE.



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