GOOGLE MAG SIE NICHT?

20.12.2016 Allgemeines

Erfolgreiches Suchmaschinenmarketing ist kein Buch „mit 7 Siegeln“ verfasst im Silicon Valley. Der berühmte Google-Algorithmus, welcher die Rankingposition festlegt, folgt im Grunde einigen simplen Regeln. Eine der wichtigsten: Suchmaschinengerechter Text auf Ihrer Webseite!

Wissen Sie, was Meta-Description bedeutet? Oder Hot-Linking? Vielleicht haben Sie den Begriff Keyword-Stuffing schon einmal irgendwo gelesen? Oder eine Kaltakquise-Anruferin aus Hongkong hat Ihnen mit honigsüßer Stimme klar gemacht, dass es sich bei diesen Begriffen um absolutes Geheimwissen handelt. Von diesen Geheimrezepten könnten Sie – exklusiv – profitieren und sich einen Spitzenplatz bei Google sichern. Vorausgesetzt Sie leisten umgehend eine Vorauszahlung auf ein Bankkonto auf den Bahamas. Das haben Sie natürlich nicht gemacht, solche Tricks bringen Sie nicht aus der Ruhe!

Trotzdem bleibt ein Problem im Raume stehen: Wie schaffen es andere Unternehmen – vielleicht sogar ihre Konkurrenz – dass Google sie mag, ergo dauerhaft in den TOP 10 – TOP 15 platziert. Weil jedes internet-erfahrene Unternehmen weiß: Nur wer oben steht, wird angeklickt. Und gewinnt Monat für Monat neue Kunden, fast schon „zum Nulltarif“, wenn die Ranking-Positionen in den organischen Suchergebnissen von Google erlangt wurden. Denn dafür verlangt Google – im Gegensatz zu den AdWords- Positionen – kein Geld. Ein Grund mehr, sich solche Spitzenplätze im Google- Ranking zu sichern. Um das zu erreichen, gibt es eine einfache Formel:

C.O.L.T ist kein Begriff aus dem Wilden Westen. Aber eine griffige Formel für beste Google-Rankings

Einfach übersetzt gibt es – gemäß dieser Formel – genau vier Komponenten, die zu dauerhaft guten Platzierungen in Google führen. Sie bedeuten im Einzelnen:

C = CONTENT das heißt guter und informativer Text, in welchem die vorher definierten Suchbegriffe enthalten sind

O = OPTIMIZATION das heißt die zeitgemäße technische Aufbereitung der Webseite nach Google-Kriterien, z. B. die Geschwindigkeit, die Navigation, etc. Neuerdings bewertet Google auch, ob eine Webseite mobilfähig ist

L = LINKS das heißt eine logische interne Verlinkung sowie den Aufbau einer Linkstruktur aus externen Links und Empfehlungslinks

T = TIME damit ist gemeint, Google benötigt Zeit, um die Wichtigkeit einer Webseite zu erkennen und sie entsprechend zu platzieren.

Klingen diese Kriterien nach Ihrem Urteil logisch und plausibel? Antwort: Sie sind es auch! Irgendwelche Geheimtipps aus diversen SEO-Alchimistenkellern lassen wir dort schmoren. Weil sie nicht relevant sind und – bei Anwendung – bestenfalls dazu führen, dass Ihre Webseite von Google abgestraft wird.

C – Content is King

So formulierte es treffend vor einiger Zeit einer der weltweit größten SEODienstleister. Dieser Artikel beschäftigt sich deshalb explizit mit dem Thema „Texte für Webseiten“. Die anderen Punkte gemäß der COLT-Formel werden in den nächsten Ausgaben von Methodik behandelt. So entsteht ein Gesamtbild aller notwendigen SEO-Maßnahmen, die zu einer dauerhaft guten Platzierung in den organischen (unbezahlten) Suchergebnissen bei Google und anderen Suchdiensten führen.

Erster Schritt, vor dem ersten Wort: Die Keyword-Recherche

Frage: Wissen Sie genau, mit welchen Suchbegriffen oder Suchkombinationen Sie im Internet entdeckt werden? Antwort: Sie wissen es nicht exakt, weil auch Sie gegen das bekannte Phänomen „Betriebsblindheit“ nicht gefeit sind. Da Internettexte immer aus einer Kombination von verkaufsaktiven Formulierungen und Keywords bestehen (s. nachfolgende Beispiele), müssen zunächst alle relevanten Keywords definiert werden. Folgende Vorgehensweise ist dabei sinnvoll:

  1. Keyword-Recherche zunächst mit „Hausmitteln“ durchführen: Lassen Sie in einem Workshop alle Keywords aufschreiben, die Ihren Mitarbeitern einfallen. Fragen Sie dabei gezielt nach Begriffen, die Ihre Kunden verwenden. Fragen Sie auch branchenfremde Personen (Freunde, Bekannte) nach Schlüsselbegriffen
  2. Überprüfen Sie die gewählten Suchwörter mittels einer Keyword- Recherche durch Google. Dazu müssen Sie bei Google einen AdWords- Account eröffnen. Ein Auftrag an Google ist damit nicht verbunden, die Benutzung dieses Tools ist also letztlich mit keinen Kosten verbunden
  3. Schauen Sie jetzt, welche Schlüsselwörter Ihre Mitbewerber schon belegt haben und in welchem Umfeld (= Konkurrenz im Netz) sich Ihre Keywords befinden. Beispiel: Ein Keyword in einem starken Konkurrenzumfeld sollte aussortiert werden, weil die Platzierungschancen in diesem Falle sehr gering sind. Aufgrund dieses Gesamtüberblickes sortieren Sie nun die unpassenden Keywords aus. Dabei gilt folgender Grundsatz: Egal, wie viel Keywords am Ende übrig bleiben, es können nie zu viele sein

Zweiter Schritt zum erfolgreichen Internettext: Nutzen definieren, Allgemeinplätze vermeiden

„Menschen lesen nur, was Sie interessiert; und manchmal ist es ein Werbetext“. Für Internettexte gelten zunächst die gleichen Regeln, die für wirksame Werbetexte auch gelten. Ist der Text langweilig, unlogisch oder schrammt er gar am Thema vorbei, so reagiert unser Gehirn mit Verweigerung. Und wenn im Text relevante Nutzenaussagen fehlen, so fällt der Text ins Bermuda-Dreieck, weil der Mensch in jeder Botschaft letztlich Vorteile sucht, die wiederum das Belohnungssystem im Gehirn aktivieren. Im Klartext: Formulierungen wie z. B. „Wir sind für Sie da“, „Herzlich Willkommen“, „Unser Sortiment“, „Das müssen Sie gesehen haben“, etc., etc., etc., sind aus Sicht des Lesers keine Belohnungen; Ihre Chance mit solchen Floskeln in das Gehirn des Interessenten einzudringen ist gleich Null.

Dritter Schritt zum erfolgreichen Internettext: Nutzenaussagen und Keywords gekonnt mixen

Nachfolgend einige Beispiele, wie Internettexte geschrieben und aufbereitet werden müssen. Wichtig ist dabei: Die Headline (H1) enthält das wichtigste Keyword, die Keyword-Dichte sollte nicht mehr als 5% des gesamten Textes ausmachen. Und wer jetzt denkt, man sollte auf eine Webseite nur möglichst viele Keywords schreiben, damit die Relevanz bei Google steigt, dem sei geraten: Tun Sie das nicht! Google beschäftigt die besten Programmierer der Welt und lässt sich nicht überlisten. Optimieren Sie Ihre Website so, wie Google es gerne hat. Dann hat auch Google Sie gerne.

Zum Autor: Sebastian G. Renner ist gelernter Schriftsetzer, Dipl.-Kommunikationswirt (BAW), Dozent und Texter. Er ist selbstständig mit einem Marketingunternehmen und Cheftrainer der marketing akademie mittelstand

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