SICHERHEIT VOM MASTEN, NICHT VON DER STANGE!

17.05.2017 Allgemeines

SECURITY insight sprach mit ArgosGuard-Gründer René Helbig über seine transportable Videoüberwachung.

SECURITY insight: Herr Helbig, Videoüberwachung ist ja nicht ganz neu. Womit will Argos-Guard auf dem Markt punkten?

René Helbig: Ich will das an den Einsatzfeldern verdeutlichen. Normalerweise werden Videokameras zur Überwachung fest und dauerhaft installiert. Wir haben uns einem anderen Bereich zugewandt; jenen Örtlichkeiten, an denen solche Überwachungsanlagen zeitlich begrenzt benötigt werden.

Und das sind…

… zum Beispiel Baustellen oder Veranstaltungen und vieles mehr. In Deutschland – um nur eine Zahl zu nennen – gibt es jährlich rund 1000 Baustellen an Windkraftanlagen.

Mit welchen Gerätschaften gehen Sie dabei zu Werke?

Es ist nicht nur eine Frage, mit welcher Technik, sondern auch wie unsere Anlagen konzipiert sind. An transportablen Masten, die bis zu einer Höhe von acht Metern ausgefahren werden können, sind jeweils drei Kameras angebracht, die einen Rundumblick gewährleisten – bei Tages- und Kunstlicht sowie mittels Infratrot-Technik auch bei völliger Dunkelheit.

Das verhindert ja noch nicht, dass etwas geklaut oder zerstört wird, und auch nicht, dass auf einer Veranstaltung etwas aus dem Ruder läuft…

…hier beginnt die eigentliche Innovation unserer Anlage. Direkt an den Kameras kommt die von unserem Wiener Partner entwickelte Software zum Einsatz. Bei einer Kamera beispielsweise, die darauf programmiert ist, jede Veränderung im überwachten Gelände zu registrieren und zu melden, wird im Falle einer detektierten Bewegung ein Alarmplan in Gang gesetzt.

Konkret heißt das?

Die Videokamera, die Bilder in Full-HD-Qualität liefert, zoomt auf den Punkt, an dem Veränderungen festgestellt werden und schwenkt automatisch mit. Die Bilder der Kamera gehen zeitgleich an eine Notruf- und Serviceleitstelle, in der entschieden werden muss, wie das weitere Vorgehen auszusehen hat. So wird auch verhindert, dass beispielsweise ein Reh, das übers Gelände huscht, einen kostspieligen Falschalarm auslöst.

Ihre Anlage ist für temporären Einsatz gedacht. Was heißt das?

Wir schließen damit eine bisherige sagen wir mal Unzulänglichkeit. Bisher hatte man recht wenige Optionen, um z. B. die Zeit des Bauens wirklich sicher zu machen. Alle kennen die Problematik der rein personellen Baustellensicherung. Zuverlässige Technik gab es darüber hinaus bisher ja auch nicht gerade im Übermaß. Wir sprechen somit von Zeiträumen von Wochen bis zu Jahren im Bauzyklus. Wo sind neben Baustellen und Windkraftanlagen Ihre augenblicklichen Kunden zu finden? Da ist ganz klar der automotive Sektor zu nennen. Es gibt über 10.000 Autohäuser in Deutschland. Dort gibt es unterschiedliche Ausrichtungen im Preisbereich. Aber besonders Händler von angesagten Markenfahrzeugen stehen unter einem enormen Druck von Diebstählen auf Bestellung. Es kommt vor, dass die Automobil-Konzerne für gewisse Regionen Warnungen herausgeben und es geboten ist, temporär die Sicherheit zu erhöhen. Ebenso gibt es im automotiven Bereich auch Baustellen, so dass hochwertige Fahrzeuge zeitweilig anderweitig untergebracht werden müssen. Genauso im Fokus stehen auch Logistiker, die etwa in der Vorweihnachtszeit teure Waren in ihren Fahrzeugen auf Freigelände zwischenlagern müssen und so leicht ins Visier von Dieben geraten können.

Einsatzfeld: Großveranstaltungen…

…sind völlig anders zu betrachten. Im Unterschied zum vorgenannten Alarmmonitoring stellen wir unsere Kameras bei Veranstaltungen auf, damit der Ablauf live beobachtet und kontrolliert werden kann. Hier sprechen wir vom Event- oder Dauermonitoring. Dann laufen die Kamerabilder ohne Zeitverzug in der Leitstelle am Veranstaltungsort auf und werden von den Fachleuten dort laufend bewertet, um im Gefahrenfall sofort regieren zu können.

Rechtlich ein schmaler Pfad!?

Dem wir in jeder Hinsicht gerecht werden. Die Kameraaufzeichnungen werden bei uns immer verschlüsselt gespeichert, zusätzlich kann die Kameraaufzeichnung so eingestellt werden, dass Bewegungen verpixelt werden. Die Bewegungen und Handlungen bleiben hierbei deutlich erkennbar, jedoch ist die Identität der Person durch die Verpixelung nicht erkennbar. Zum Beispiel kann die Kameraaufzeichnung so eingestellt werden, dass beim Zoomen eine mögliche Gesichtserkennung durch Verpixeln verhindert wird. Insgesamt – also auch beim Alarmmonitoring – werden alle gesetzlichen Vorgaben eingehalten. Örtlichkeiten, die nicht zum überwachten Gelände gehören, wie angrenzendes öffentliches Straßenland, werden schon beim Parametrieren der Kameras berücksichtigt. Diese Stellen erscheinen auf dem Kamerabild als graue Fläche.

Das führt uns zu den technischen Möglichkeiten insgesamt. Videoüberwachung – so heißt es immer wieder – verhindert keine Straftaten … oder?

Dieser Ansicht kann ich in dieser Pauschalität nicht zustimmen und sogar mit eigenen Erfahrungen widerlegen. Wenn sich ein Eindringling im gefühlten Schutze der Dunkelheit auf dem Kundenobjekt zu schaffen macht, geht er davon aus, dass er unbeobachtet ist. Mit der Infrarotsensorik unserer Kameras wird er jedoch genauso schnell und präzise erfasst, als würde er im hellsten Sonnenschein zugange sein. Nun kommt ein weiteres Features unserer Technik zum Tragen. Je nachdem, wofür der Kunde sich entscheidet, kann nun die Polizei alarmiert werden. Und der Eindringling wird vielleicht noch auf dem Gelände gestellt. Das ist eine Option, die eher in Ballungsräumen angewendet wird. Auf dem flachen Land, wo es unter Umständen eine halbe Stunde und länger dauern kann, bis die Gesetzeshüter vor Ort sind, kann der potenzielle Straftäter aus der Notrufleitstelle über eine Lautsprecheranlage direkt angesprochen werden. Wir haben diverses Videomaterial, wie nach einer solchen Ansprache die Täter das Hasenpanier ergriffen haben und der Diebstahl oder das Zerstörungswerk unvollendet blieb. Wir sind uns sicher, das mobile Videotechnik zu den präventiv wirksamsten Maßnahmen in diesen Anwendungsfällen überhaupt gehört – und zu den effizientesten sowieso. Ganz abgesehen davon, dass unsere Anlagen auch schon wertvolle Beweise zum Ergreifen und Überführen von Straftäten lieferten.

Wie gut können denn Ihre Kameras gucken?

Bei der Alarmdetektion kann ein Mast, an dem jeweils drei Kameras angebracht sind, in jede Richtung das Geschehen auf 100 Meter erfassen. Mit einer einzigen MobileCam können wir über 15.000 m² permanent sichern und das ohne zusätzliche Detektoren. Beim Eventmonitoring kann der Operator mit der Kamera ein Objekt noch aus einem Kilometer Entfernung heranzoomen. Ein Richtwert, um sich dies alles besser vorstellen zu können: Auf 350 Metern Entfernung ist das Kennzeichen eines Fahrzeuges noch zu erkennen und auf 500 Meter kann der Operator am Monitor immer noch einen Bewegungsablauf gut identifizieren.

Wie viele Anlagen haben Sie und wie viele sind im Einsatz?

Wir haben zurzeit 50 MobileCam und die sind gut ausgebucht, bundesweit und auch im Ausland wie z. B. in Frankreich und Belgien. Innerhalb von 24 Stunden können wir sie an jedem beliebigen Ort in Deutschland anliefern - nach einer Stunde ist sie einsatzbereit. Dann nehmen wir uns in der Regel noch einen Tag/ Nacht Zeit, um alle Einstellungen zu präzisieren.

Ihre Dienstleistung in einem Satz beschrieben…

…könnte heißen: Sicherheit vom Masten, nicht von der Stange!

Weitere Informationen erhalten Sie unter www.argosguard.de

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