Mutter aller Brandmeldenormen muss überarbeitet werden

18.08.2017 Allgemeines

Am 1. April 2017 ist sie in Kraft getreten: Die europäische Dienstleistungsnorm DIN EN 16763: „Dienstleistungen für Brandsicherheitsanlagen und Sicherheitsanlagen“. Sie vereinheitlicht nun erstmals europaweit die Anforderungen an Dienstleister für sicherheitstechnische Anlagen. Außerdem regelt sie, welche Kompetenzen, welches Wissen und welche Fähigkeiten Mitarbeiter dieser Unternehmen haben müssen. Die Folge: Die DIN 14675, die Mutter aller Normen in der Brandmeldetechnik, wird überarbeitet. Sie wird künftig zwei Teile haben.

Die neue europäische Norm umfasst erstmals Dienstleistungen für sämtliche Sicherheitsanlagen. Dazu zählen Brandmelde- und ortsfeste Brandbekämpfungsanlagen, Rauch- und Wärmeabzugsanlagen sowie Einbruch- und Überfallmeldung. Hinzu kommen die Zutrittskontrolle, Perimeterschutz und Videoüberwachung einschließlich Alarmübertragung sowie eine Kombination der bisher genannten. Ausgenommen sind Personen-Hilferufanlagen und Alarmempfangszentralen.

Klar geregelt werden darin auch die Anforderungen an das Personal oder auch an die Vergabe von Aufträgen an Subunternehmen. Punkt 3.3 regelt hierzu die Anforderungen für Unterbeauftragungen. Der Aufraggeber muss Prozesse haben, um die vergebenen Aufträge zu überwachen und um die Einhaltung der geforderten Qualität gewährleisten zu können.

Im Punkt 3.4 sind die Qualifikationsanforderungen der Mitarbeiter geregelt. Die Norm nennt drei unterschiedliche Qualifikationsstufen gemäß dem Europäischen Qualifikationsrahmen (EQR) unterteilt nach Funktion und Aufgabe der Mitarbeiter: Niveaustufe 5, Niveaustufe 4 und Niveaustufe 3. Für jede dieser Stufen sind die Anforderungen exakt beschrieben. Im Punkt 3.5 schließlich sind zusätzlich die Anforderungen an das Dienstleistungsergebnis geregelt.

Mit Inkrafttreten der Norm hat sich etwas zum Positiven gewandelt: Errichter von Brand- und Einbruchmeldeanlagen oder Videoüberwachungsanlagen können sich nun nach dieser Norm einheitlich zertifizieren lassen. Als Folge der Norm geht der Bundesverband Sicherheitstechnik e.V. (BHE) von einer Wettbewerbszunahme der Zertifizierer aus, wie es von Seiten der Verantwortlichen heißt.

Gegenüber der DIN 14675 gibt es nun eine weitere Projektphase: Zwischen Inbetriebnahme und Abnahme ist nun noch der Punkt Überprüfung hinzugekommen. Das ist der Vorgang, um festzustellen, ob die Anlage alle vorgegebenen Punkte erfüllt. Im Anhang A findet sich ein Leitfaden für die Dokumentation der jeweiligen Bearbeitungs-Phasen.

DIN 14675: Erster Entwurf mit den Änderungen erschien im Mai

Weil die neue Norm Gültigkeit erlangt hat, muss die DIN 14675 geändert und entsprechend angepasst werden. Der erste Entwurf wurde am 19. Mai veröffentlich. Ein wesentlicher Kern der Änderung ist die Unterteilung der Norm in zwei Teile. Teil 1 befasst sich mit dem Aufbau und Betrieb von Brandmeldeanlagen (BMA) und Sprachalarmanlagen (SAA) unter besonderer Berücksichtigung von baurechtlichen und feuerwehrspezifischen Anforderungen und enthält Anwendungsregeln.

Ein wesentlicher Kern der Änderung ist die Unterteilung der Norm in zwei Teile

Gegenüber der DIN 14675:2012-04 wurden folgende Änderungen vorgenommen: Der Abschnitt 2 Normative Verweisungen ist aktualisiert worden, die Abschnitte hinsichtlich der „Bewertung der Konformität“ wurden gestrichen, Bild 1 wurde an die DIN EN 16763 angepasst und durch weitere Details ergänzt, zum Beispiel auch durch die Tabelle C.1. Der ehemalige Anhang A, Verbindungarten und technische Anforderungen wurde in 6.2.5.1 aktualisiert aufgenommen.

Teil 2 regelt die Anforderungen an die Fachfirma. Dieser Norm-Entwurf legt Anforderungen für den Nachweis der Verantwortlichkeit und Kompetenz für Fachfirmen zur Planung, Projektierung, Montage, Inbetriebnahme, Abnahme und Instandhaltung von Brandmelde- und Sprachalarmierungsanlagen fest. Aktualisiert wurden dabei lediglich die normativen Verweisungen und die Abschnitte bezüglich der Bewertung der Konformität wurden gestrichen.

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