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VSW-Sicherheitstag: Vom Lagebild zur Resilienz

14.09.2026

„Komplexe Risiken – Klare Strategien“ lautet das Motto des VSW-Sicherheitstags am 30. September im Schloss Waldthausen. Auf dem Programm stehen die aktuelle Gefährdungslage und Krisenmanagement ebenso wie Informationssicherheit, Angriffe auf den Informationsraum und nicht zuletzt der Faktor Mensch.

VSW-Sicherheitstag

Der VSW-Sicherheitstag verbindet Fachvorträge mit dem persönlichen Austausch zwischen Sicherheitsverantwortlichen, Behördenvertretern und Anbietern. Foto: VSW

Wie bleiben Unternehmen und Organisationen in einer zunehmend komplexen Sicherheitslage handlungsfähig? Diese Frage stellt der Verband für die Sicherheit der Wirtschaft Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland über den diesjährigen VSW-Sicherheitstag. Am 30. September treffen sich dazu im Schloss Waldthausen in Budenheim Vertreter von Sicherheitsbehörden und Wirtschaft. Das Motto „Komplexe Risiken – Klare Strategien“ gibt die Richtung vor: Sicherheit soll über einzelne Bedrohungen und Zuständigkeiten hinweg betrachtet werden und lösungsorientierte Vorschläge bieten.

Nach der Eröffnung durch VSW-Präsident Peter H. Bachus beginnt die Tagung mit der aktuellen Sicherheits- und Gefährdungslage in der Region. Vorgesehen sind Einschätzungen für Rheinland-Pfalz und das Saarland. Delia Dunkel, Vizepräsidentin des Landesamts für Verfassungsschutz Hessen, ergänzt die Perspektive mit einem Bericht zur aktuellen Lage aus Sicht ihrer Behörde.

Damit steht zu Beginn die Frage im Vordergrund, welche Bedrohungen für Unternehmen derzeit relevant sind und wie sie sich entwickeln. Der VSW kündigt für den Sicherheitstag aktuelle Lageeinschätzungen und präventive Sicherheitsmaßnahmen in Bezug auf Cybersicherheit, Wirtschaftsspionage und Terrorabwehr an.
 

Vorbereitung auf den Ernstfall

Vom allgemeinen Lagebild führt das Programm anschließend zu konkreten Krisenszenarien. Carsten Baeck, Geschäftsführer der Deutschen Risikoberatung, spricht über den „Blackout Berlin“, der zu Beginn des Jahres 2026 einen ganzen Stadtteil über Wochen in Atem hielt. Denn ein länger andauernder Stromausfall betrifft zahlreiche betriebliche Abläufe gleichzeitig. Kommunikations- und IT-Systeme können ebenso ausfallen wie Teile der Zutrittskontrolle, Alarmierung oder Produktion. Für Unternehmen stellen sich dann sehr praktische Fragen: Welche Funktionen müssen weiterlaufen? Welche Systeme sind abgesichert? Wie funktionieren Melde- und Entscheidungswege, wenn gewohnte Kommunikationsmittel nicht zur Verfügung stehen?

Ferdinand Gehringer von FTI Consulting Deutschland und Johannes Steger von FGS Global befassen sich anschließend mit „Deutschland im Ernstfall – von realistischer Risikobetrachtung und transparenter Kommunikation“. Der Vortrag verbindet zwei Themen, die im Krisenfall unmittelbar aufeinander treffen. Unternehmen müssen Risiken möglichst realistisch einschätzen und zugleich vermitteln können, was passiert, welche Maßnahmen getroffen werden und was von Beschäftigten oder anderen Beteiligten erwartet wird.

Auch der folgende Programmpunkt bleibt beim Krisenmanagement. Jens Greiner von PricewaterhouseCoopers stellt seinen Vortrag unter die Überschrift „Krisenmanagement quo vadis – ein Balanceakt zwischen Old School vs. New School“. Der Titel verweist auf eine Entwicklung, mit der sich viele Sicherheitsorganisationen beschäftigen: Klassische Krisenstäbe, feste Meldewege und klar definierte Verantwortlichkeiten bestehen weiter, während digitale Kommunikationsmittel und die Geschwindigkeit der Informationsverbreitung die Arbeit im Krisenfall verändern.
 

Informationssicherheit und Faktor Mensch

Mit Julian Rupp vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) wechselt das Programm zur Informationssicherheit. Seine angekündigte „Reise durch die Informationssicherheit“ reicht „vom absoluten Mindeststandard bis zur harten Regulatorik“. Für Unternehmen berührt das zunehmend auch die klassische Sicherheitsorganisation. Digitale Systeme steuern betriebliche Prozesse und sind Bestandteil technischer Sicherheitslösungen. Störungen oder Angriffe können deshalb unmittelbare Folgen für den Betrieb und für physische Schutzmaßnahmen haben.

Eine andere Form des Angriffs behandelt Prof. Dr. Hektor Haarkötter von der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg. Sein Vortrag trägt den Titel „Angriff auf den Informationsraum: Resilienz statt Faktencheck“. Gezielt verbreitete Falschinformationen können Unternehmen vor allem in Krisensituationen zusätzlich unter Druck setzen. Sie können Wahrnehmungen beeinflussen, Entscheidungen erschweren oder die Kommunikation mit Beschäftigten und Öffentlichkeit stören. Der Vortragstitel deutet darauf hin, dass Haarkötter weniger einzelne Fake News behandeln will als die Frage, wie Organisationen mit solchen Angriffen umgehen können.

Den Abschluss übernimmt Michael Willer, Geschäftsführer und Gründer der Human Risk Consulting GmbH. Er spricht darüber, wie sich der „Human Risk Faktor“ messbar machen lässt. Damit endet der Sicherheitstag bei einem Risiko, das in nahezu allen zuvor behandelten Themen eine Rolle spielt. Beschäftigte müssen Sicherheitsregeln kennen, Auffälligkeiten erkennen und in kritischen Situationen richtig reagieren. Gleichzeitig können Fehler, Unachtsamkeit oder gezielte Manipulation technische und organisatorische Schutzmaßnahmen aushebeln.

In der Abfolge der Vorträge wird die Idee hinter dem Motto des Sicherheitstags deutlich. Am Anfang stehen staatliche Einschätzungen zur aktuellen Gefährdungslage. Danach geht es um die Vorbereitung auf Krisen und die Frage, wie Unternehmen im Ernstfall handlungsfähig bleiben. Die zweite Hälfte widmet sich stärker digitalen und informationsbezogenen Risiken sowie dem menschlichen Verhalten. Der VSW führt damit Themen zusammen, die im Unternehmensalltag häufig noch unterschiedlichen Zuständigkeiten zugeordnet sind.

Neben den Vorträgen sieht der Verband den Sicherheitstag auch als Treffpunkt staatlicher Sicherheitsbehörden und privater Wirtschaft. Der VSW betont neben dem fachlichen Austausch reichlich Gelegenheit zum Netzwerken. Der VSW-Sicherheitstag findet am 30. September 2026 von 9.30 bis 18 Uhr im Schloss Waldthausen in Budenheim statt.

www.vsw.de

 

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