Direkt zum Inhalt

Perimeterschutz für Rechenzentren und kritische Infrastrukturen

13.02.2026

Moderne Perimeterschutzlösungen sichern Rechenzentren zuverlässig und unauffällig mit Sensorik, Zaunsystemen und abgestimmter Sicherheitsarchitektur für KRITIS.

Perimeterschutz für Rechenzentren und kritische Infrastrukturen

Sensorbasierter Perimeterschutz kombiniert Zaunsysteme, Videoüberwachung und Gebäudesicherung zu einem ganzheitlichen Schutzkonzept für Rechenzentren. Foto: Berlemann

 Perimeterschutzlösungen für Rechenzentren 

Die Sicherheit kritischer Infrastrukturen gewinnt angesichts zunehmender geopolitischer Spannungen und wachsender digitaler Abhängigkeiten stetig an Bedeutung. Unter dem Begriff kritische Infrastruktur (KRITIS) werden jene Systeme verstanden, deren Ausfall oder Beeinträchtigung schwerwiegende Folgen für Staat, Wirtschaft und Gesellschaft hätte, etwa in den Bereichen Energie, Wasser, Gesundheit oder Informationstechnologie. 

Mit der fortschreitenden Digitalisierung rücken dabei vor allem Rechenzentren in den Fokus. Sie stellen die zentrale Datendrehscheibe unserer vernetzten Gesellschaft dar und verarbeiten Informationen, die für Verwaltung, Gesundheitswesen, Notruf- und Einsatzleitsysteme oder die Steuerung industrieller Anlagen unverzichtbar sind. Der Schutz dieser Einrichtungen ist daher von höchster sicherheitspolitischer und wirtschaftlicher Relevanz. 

Subtile Hochsicherheit – die Herausforderung des Perimeterschutzes 
Rechenzentren sind meist unscheinbare Gebäudekomplexe, deren sicherheitskritische Funktion von außen kaum erkennbar ist. Gerade diese Unauffälligkeit ist Teil des Schutzkonzepts. Eine zu offensichtliche Perimetersicherung kann die Bedeutung des Areals verraten und potenziell unerwünschte Aufmerksamkeit erregen. Umgekehrt birgt eine unzureichende Sicherung erhebliche Risiken. Entsprechend müssen Sicherheitslösungen nicht nur hohen technischen Standards genügen, sondern sich zugleich unauffällig in die Umgebung integrieren lassen. Gefragt sind Systeme, die Detektion, Prävention und Abschreckung kombinieren, ohne die architektonische oder funktionale Gestaltung der Anlage zu beeinträchtigen. 

Sensorische Lösungen für komplexe Geländestrukturen 
Die PeriNet GmbH aus dem Münsterland, Schwesterunternehmen der Berlemann Torbau GmbH, entwickelt dafür spezialisierte Sensorlösungen für den Perimeterschutz. Zum Portfolio zählen unter anderem in Zaunsysteme integrierte Sensorkabel, die Manipulationen oder Übersteigversuche erfassen, sowie Sensorik zur Überwachung von Mauern und Gebäudestrukturen. Gerade bei modernen Rechenzentren, die häufig komplexe Geländeformen aufweisen, sind modulare Systeme entscheidend. Unterschiedliche Bodenbeschaffenheiten, Hanglagen oder vorgelagerte Parkflächen erfordern eine  kombinierte Sicherheitsarchitektur, die sowohl physische als auch elektronische Schutzebenen integriert. 

Fallstudie: Rechenzentrum mit heterogener Geländestruktur 
In der folgenden Case Study wird exemplarisch die Sicherung eines Rechenzentrums betrachtet, das rückseitig an einen Hang grenzt und auf der Vorderseite über offene Flächen für Park- und Zufahrtsbereiche verfügt. Anhand dieses Beispiels werden die Anforderungen an ein abgestimmtes Perimeterschutzkonzept analysiert und gezeigt, wie Sensorik, Zaunsysteme und bauliche Maßnahmen zu einer ganzheitlichen Sicherheitslösung verschmelzen können. Die Sicherung des Freigeländes erfolgt über einen Doppelstabzaun mit 1,83m Höhe in Kombination mit einem Y-Ausleger, welcher mit Stachel- oder NATO-Draht versehen werden. Ein solcher Zaun gewährleistet einen guten Schutz und eine hohe Haltbarkeit in Verbindung mit einer sauberen Optik. Die Zufahrt wird über ein elektrisches Schiebetor gesichert. Der Personeneintritt wird über ein Drehkreuz realisiert. Eine solche Vereinzelungsanlage in Verbindung mit einem Ausweisleser erlaubt eine exakte Bestimmung, welche Personen sich gerade auf dem Gelände befinden. Dies kann z.B. in einem Brandfall wichtig sein. Die Zaunsicherung erfolgt über einen Liniensensor, der die Zaunlänge in 50-m-Segmente unterteilt. Diese Segment- bzw. Zonengröße ist sehr gut mit Videoüberwachungssystemen kompatibel und ermöglicht auch unter widrigen Wetterbedingungen eine zuverlässige Validierung eines auftretenden Alarms. Er erkennt Durchbruch oder Überstieg, ist nicht auf einen bestimmten Zauntyp angewiesen und kann auch an einem bestehenden Zaun nachgerüstet werden. Der Austausch der Systeme kann entweder traditionell per Relaiskontakt oder per Softwareschnittstelle erfolgen. Das Schiebetor ist ab Werk mit einer zusätzlichen Lichtschranke ausgestattet, die den Überstieg des Tores überwacht.
Im Inneren des Gebäudes entsteht eine weitere Sicherungsschicht. Neben den klassischen Türkontakten und Bewegungsmeldern werden die Betonwände des Serverraums zusätzlich mit seismischen Sensoren ausgerüstet. Diese werden im Abstand von ca. 10 m in die Wand eingelassen. Diese Art von Sensor ist noch sensitiver als der Liniensensor und würde sogar die Erkennung einer an der Wand abgestellten Leiter erlauben. Soll lediglich der grobe Durchbruch erkannt werden, wäre auch der Einsatz eines Liniensensors entlang der Wand möglich. 
Die enge Verzahnung von PeriNet-Sensorik und den hochwertigen Zaunsystemen von Berlemann zeigt, wie durchdachte Synergien zwischen Elektronik und Mechanik ganzheitliche, skalierbare und zugleich unauffällige Sicherheitslösungen für kritische Infrastrukturen entstehen können. 

www.berlemann.de
 

Mehr Artikel vom Autor

Aktuell zum Thema